So wird das Herbst-Wetter

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Was für eine Farbenpracht! Ein Münchner Paar genießt den goldenen Herbst im Schlosspark Nymphenburg – mit Blick auf den Apollotempel

Goldene Tage mit viel Sonne oder kalter Dauerregen? Die tz sprach mit mehreren Experten.

Am 22. September geht er laut Kalender los, der Herbst. Und sicher fragt sich jeder: Welches Wetter wird er uns bringen? Gibt‘s goldene Tage mit viel Sonne – oder wochenlangen Dauerregen bei Bibber-Temperaturen? Immerhin: Der Sommer, der sich nun heute endgültig verabschiedet, zählte mit einer Durch­schnitts­temperatur von 18,6 Grad zu den wärmeren (um 0,8 wärmer als der Schnitt). Zudem konnten wir uns an 45 Hitzetagen (mit mindestens 25 Grad) an der Isar ränkeln oder im Schwimmbad abkühlen. Eine anstrengende Hitzeperiode gab es auch nicht, da immer wieder Gewitter mit Regen für Abkühlung sorgten. Das verwöhnt – wer will da bald wieder frösteln und die dicke Jacke anziehen? Wird der Herbst also auch so traumhaft ausgewogen? Dürfen wir uns auf sonnige Wiesnbesuche und Wanderausflüge freuen oder muss eine Kurzreise in die Sonne her? Die tz sprach mit vier Wetterexperten und fragte nach ihren Prognosen. Gleich vorweg: Es sieht nicht schlecht aus!

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tz-Wetter:

Die aktuelle Vorhersage

Wetterprophet Josef Jägerhuber: Die Spinnen-Prophezeiung

Wenn es ums Wetter geht, ist Josef Jägerhuber der Prophet schlechthin. Und der Starnberger hat auch richtig gute Nachrichten: „Das wird generell ein richtig schöner Herbst. Besonders die nächsten Wochen bleibt es sonnig und warm – bei meist über 20 Grad.“ Wow, wenn das nicht gut klingt. Als Beweis zitiert Jägerhuber unter anderem eine Bauernregel, die „fast immer zutrifft“: Wie sich das Wetter zu Maria Geburt verhält, so ist es noch weitere vier Wochen bestellt. Und Maria Geburt war am 8. September – da war es warm (25 Grad) und sonnig.

So wird es weitergehen – den ganzen September durch“, ist sich der Ur-Bayer sicher. Lässt auf eine geniale erste Wiesn-Zeit hoffen. Und dann? „Dann werden sich hin- und wieder einige Regentage einstreuen, aber richtig schlecht wird es auch nicht.“ Den Bilderbuch-Herbst vom Vorjahr wird es aber nicht geben. „Ich würde aber die Bergschuhe rausholen. Es wird perfekt zum Wandern.“

Mit seinen letzten Vorhersagen lag der 82-Jährige Wetterpapst übrigens goldrichtig. So versprach er den tz-Lesern Anfang des Jahres einen „Biergarten-Sommer mit viel Sonne“. Und genau so kam es dann auch.

Kann Jägerhuber auch schon etwas über den Winter sagen? „Ein bisserl. Ich glaube, dass es im Dezember Schnee geben wird, dass wir gleich einen kalten Winterstart bekommen werden.“ Auch dafür hat er deutliche Anzeichen ausgemacht. „Die Spinnen kommen schon jetzt oft in die Wohnung und versuchen sich zu verkriechen. Man sagt, sie können die kommende Winterkälte riechen.“

Meteorologe Volker Wünsche: Hoffnung auf Altweibersommer

So weit in die Wetter-Zukunft blicken? Bis in den Herbst? Das will man beim Deutschen Wetterdienst München lieber nicht. „Das ist zu unsicher“, sagt Volker Wünsche. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit lassen sich nur die nächsten zehn Tage vorhersehen“, so der Chef-Meteorologe. Und da sieht es erstmal gar nicht so toll aus. „Anfang nächster Woche liegen die Höchsttemperaturen meist nur bei 13 bis 15 Grad.“ Zwar bleibt es erstmal trocken, die Sonne lässt sich aber auch nicht oft sehen. Dennoch: Kurz vor dem Wiesnstart wird es wieder wärmer. „Ab Donnerstag kann das Thermometer dann wieder über 21 Grad anzeigen.“ Für das Anzapfen sieht es also gar nicht so schlecht aus. Und nach dem Oktoberfest? „Da kann man nur hoffen, dass sich ein langer Altweibersommer einstellt.“

Ja, das wär’s. Die berühmte Schönwetterperiode garantiert nämlich einen Traumherbst. Warum? Die tz erklärt‘s in Kürze: Von Mitte bis Ende September (manchmal eben sogar länger) gibt es fast jedes Jahr eine der schönsten und beständigsten Hochdruckwetterlagen über Mitteleuropa. Ursache ist ein Festlandshoch über Osteuropa, das trocken-kontinentale Luft nach Mitteleuropa einströmen lässt.

Übrigens: In Wetterstatistiken ist diese Schönwetterperiode seit rund 200 Jahren nachweisbar.

Meteorologe Kai Zorn: Laue Luft und Sonnenschein

Wie der Herbst wird? Da kann auch der Münchner Meteorologe Kai Zorn schon einiges verraten: „Erstmal ist der Sommer mit diesem Wochenende vorbei!“ Bade-Temperaturen um 30 Grad haben sich erledigt. Schade! Dennoch hat der Wetterexperte auch gute Nachrichten: In den vergangenen Jahren bestätigte sich: So wie das Wetter Anfang September war – so hielt es sich auch. „Die Großwetterlagen zogen sich wie ein roter Faden durch Oktober und November. Natürlich ist nicht jeder Tag gleich, doch gewisse Großwetterlagen haben sich wiederholt.“ Heuer Sonne!

Heißt im Detail: Die ständige Tiefserie vom Atlantik, die wir im Sommer hatten, ist derzeit beendet. Kräftige Hochdruckgebiete vor allem über Nord- und Osteuropa können sich nun einstellen. „Diese werden unterbrochen von durchziehenden Tiefs. Unterm Strich würde der Herbst damit überdurchschnittlich freundlich mit längeren Schönwetterperioden.“ Na also!

Übrigens: Der Herbst 2006 war viel zu trocken, der Herbst 2007 zu windig. Das könnte 2008 anders aussehen. Bei stabilen Hochdrucklagen ohne Wind hieße das im Flachland häufiger Nebel, der sich ab Mitte Oktober auch bis in den Nachmittag, ab November ganztägig halten kann. Dafür gibt es in den Bergen Phasen mit genialem Wanderwetter mit lauer Luft und Sonnenschein. Übrigens: Der Schnee, der an diesem Wochenende in den Hochlagen fällt, wird wohl wieder verschwinden.

Meteorologe Karsten Brandt: Wanderschuhe raus!

Auch wenn es nach Dr. Karsten Brandt vom Internetwetterdienst donnerwetter.de geht, heißt es für diesen Herbst: Wanderschuhe raus! „Das wird insgesamt gesehen nämlich ein richtig schöner Herbst“, ist sich der Meteorologe sicher. Zwar werde es die nächsten Tage (bei nur zehn Grad) einen kurzen Fröstel-Einbruch geben, aber davon sollten sich die Bayern nicht beeindrucken lassen. „Schon Mitte nächster Woche kommt die Sonne und somit die Wärme wieder.“ Zum Wiesn­auftakt verspricht auch Brandt einen tollen Start bei über 20 Grad. Und das werde sich auch die ganzen 14 Festtage durchziehen. Nur nachts wird es mit fünf Grad unangenehm! Und dann? Sollte man für den Oktober lieber noch ein paar Tage Urlaub nehmen und in den Süden fliegen? „Nicht unbedingt, denn auch im Oktober bleibt es noch warm. Nur werden wir weniger Sonnentage haben.“ Es bleibe oft bei 20 Grad. Ein Kälteeinbruch – mit satten Minusgraden – zeichne sich aber nicht ab.“

Der kommt laut Brandt erst im November. Denn wie auch seine Kollegen glaubt der Wettermann an einen kalten, harten Winter. „Und der kommt heuer früher als im Vorjahr – schon um Allerheiligen.“ Wer also kuschlige Temperaturen mag, sollte eher zu dieser Zeit einen Urlaub einplanen.

Quelle: tz

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