Neuer Bericht der Stadt 

So wohnt München: Viel Zuzug, wenig Umzug

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Abendstimmung über München

Die Wohnungssituation in der Stadt bleibt angespannt. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Stadt hervor. Das Papier verrät auch, wie viel Wohnraum pro Person zur Verfügung steht und wo die meisten Menschen hin- und wegziehen. 

Der Bericht zur Wohnungssituation in München wird von der Verwaltung regelmäßig fortgeschrieben. Der aktuelle wird am Mittwoch im Planungsausschuss Thema sein. Die rund 1,5 Millionen Münchner wohnen demnach in 837 000 Haushalten. 75 Prozent von ihnen zur Miete. Es gibt ferner eine Zunahme der Einpersonenhaushalte. Für eine Wohnung im Erstbezug werden über 19 Euro je Quadratmeter verlangt, bei Mieterwechsel lag die Angebotsmiete im Schnitt bei rund 16,50 Euro.

Haushalte

Zum 31. Dezember gab es in München 837 344 Haushalte. Bei über der Hälfte (54,9 Prozent) handelt es sich um Einpersonenhaushalte. In 17 Prozent der Wohnungen leben Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Die höchste Zunahme wurden bei den Haushalten mit zwei Eltern und Kindern verzeichnet. Gegenüber 2012 ist ihr Anteil um einen Prozentpunkt auf 13,8 Prozent angestiegen. Der Anteil von Haushalten alleinerziehender Eltern (2017: 3,2 Prozent) nahm hingegen im Verlauf des Betrachtungszeitraums 2012 bis 2017 weiter ab (minus 0,4 Prozentpunkte).

Unter den Alleinlebenden stellt die Altersgruppe der 30- bis 44-Jährigen mit 26,7 Prozent der Einpersonenhaushalte den größten Anteil dar. Deutlich zugenommen hat der Anteil der Haushalte, in denen Senioren im Alter von 75 oder mehr Jahren alleine leben, er liegt bei 12,9 Prozent. Während im Jahr 2011 knapp neun Prozent der Einpersonenhaushalte auf diese Altersgruppe entfielen, waren es im letzten Berichtsjahr 2015 bereits zwölf Prozent.

In 24,7 Prozent der Haushalte leben zwei Personen. Deutlich seltener sind Dreipersonenhaushalte (10,1 Prozent), Vierpersonenhaushalte (7,4 Prozent) oder Haushalte mit fünf und mehr Personen (3,0 Prozent). Gegenüber dem letzten Berichtsjahr 2015 ist der Anteil der Haushalte mit drei und mehr Personen leicht angestiegen.

Haushaltsgröße

Im Jahr 2017 betrug die durchschnittliche Haushaltsgröße in München 1,8 Personen. Dabei zeigen sich Differenzen zwischen zentralen Lagen in der Altstadt sowie der Maxvorstadt mit teilweise weniger als 1,5 Personen pro Haushalt und den Stadtrandgebieten mit bis zu 2,7 Personen je Haushalt, etwa in der Messestadt Riem.

Wohnfläche

Hier zeigen sich zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den Stadtbezirken. So steht den Einwohnern in der Altstadt und im Lehel mit durchschnittlich 46 Quadratmetern pro Person am meisten Wohnraum zur Verfügung. Auch in Bogenhausen ist die Fläche pro Person mit 40 Quadratmetern relativ groß. Die geringste Fläche steht mit rund 27 Quadratmetern den Einwohnern in Milbertshofen-Am Hart zur Verfügung.

Zuzug

Seit dem Jahr 2009 ziehen jährlich mehr als 100 000 Menschen in die Landeshauptstadt. Mit 113 311 Personen war die Zuwanderung auch im Jahr 2017 sehr stark. Rund 57 000 davon zogen aus anderen Gegenden Deutschlands, rund 53 000 Personen aus dem Ausland nach München. Bei weiteren 3000 Personen ist das Herkunftsgebiet nicht bekannt. Am häufigsten zogen aus dem Ausland nach wie vor Kroaten, Rumänen und Italiener zu. Der Anteil der Ausländer an der Münchener Bevölkerung ist – auch bedingt durch die erhöhte Zuwanderung von Schutzsuchenden – seit dem Jahr 2015 auf über 27 Prozent angestiegen.

Umzüge

Etwas anders verhält es sich bei den innerstädtischen Umzügen. Zum einen ist die Zahl der Umzüge insgesamt seit dem Jahr 2012 zurückgegangen, was unter anderem auf die gestiegenen Mieten und das geringe Wohnungsangebot zurückzuführen ist. Offenbar sind weniger Münchner bereit oder in der Lage, ihre Wohnung zu wechseln. Zum anderen stehen bei einem Wohnungswechsel innerhalb des Stadtgebietes bei den umziehenden Haushalten eher der Stadtrand und größere Neubaugebiete im Fokus der Nachfrage, wie die interne Wanderungsbilanz der Stadtbezirke zeigt. Aus den zentrumsnahen Bereichen ziehen mehr Münchner wieder fort als zu.

Wohndauer

Das beschriebene Muster im Zuzugs- und Umzugsverhalten führt dazu, dass die durchschnittliche Wohndauer mit der Entfernung vom Zentrum zunimmt Durchschnittlich wohnen die Münchner seit rund elf Jahren in ihren Wohnungen. Die kürzeste Wohndauer mit durchschnittlich unter sechs Jahren wird in der Ludwigsvorstadt festgestellt. Mit im Durchschnitt 15 Jahren wohnen die Menschen in Daglfing und in der Blumenau am längsten in ihren Wohnungen.

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