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So zocken Betrüger besorgte Eltern ab: Miese Abzocke über WhatsApp & Co

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Von: Nadja Hoffmann

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Mit Chat-Verläufen wie diesen versuchen die Betrüger, besorgten Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen.
Mit Chat-Verläufen wie diesen versuchen die Betrüger, besorgten Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen. © Repro MZV

Vorsicht, Falle! Die Polizei München warnt vor einer neuen Masche, mit der Betrüger Eltern um ihr Geld bringen wollen. Dabei werden gefälschte Nachrichten über Messenger-Dienste wie WhatsApp verschickt. Der Schaden geht in die Tausende.

Fast täglich versuchen Betrüger in München, Senioren mit dem Enkeltrick und Schock-Anrufen um ihr hart verdientes Geld zu bringen. Angesichts der Vielzahl der Fälle sind die Callcenter-Banden damit mehr als erfolgreich. Jetzt haben es Kriminelle auf die Generation 60plus abgesehen. Die Polizei warnt vor einer neuen Masche, bei seit zwei Wochen die Fallzahlen explodieren. Das miese Vorgehen: Eltern erhalten über den Nachrichten-Dienst WhatsApp Nachrichten, die angeblich von ihren Kindern stammen. Ziel ist es, die Opfer zu einer Überweisung auf ein fremdes Konto zu bringen. Der Schaden geht in die Tausende.

Er sagt Betrügern den Kampf an: Maximilian Niedermayer.
Er sagt Betrügern den Kampf an: Maximilian Niedermayer. © Er sagt Betrügern den Kampf an: Maximilian Niedermayer.

Rat der Polizei: Niemals nach einem Chat Geld überweisen

Der Chat auf WhatsApp verläuft dabei immer ähnlich, wie Maximilian Niedermayer erklärt. „Meist heißt es einfach Hallo Mama oder Hallo Papa“, verdeutlicht der Leiter des Kommissariarts 77 (Betrug und Straftaten durch E-Commerce) beschreibt. Dann würde meist erklärt, dass das Handy kaputt ist oder gestohlen worden ist. Das dient als Erklärung für die fremde Nummern, mit der sich der angebliche Nachwuchs gemeldet hat. Dann folgt die Bitte, mit Geld auszuhelfen, weil eine Rechnung dringend zu überweisen ist. „Darauf sollte man niemals reagieren“, unterstreicht Niedermayer.

Fallzahlen steigen seit zwei Wochen rasant an

Er rät eindringlich dazu, den Sohn oder die Tochter auf der eigentlichen Nummer zu kontaktieren. Wenn irgendein Zweifel besteht: „Sich nicht scheuen, die Polizei unter der 110 anzurufen.“ Und vor allem: Niemals Geld aufgrund eines Chats herausgeben. Laut des Kriminalhauptkommissars laufen die Ermittlungen zu dieser neuen Masche auf Hochtouren. „Im vergangenen Jahr gab es nur Einzelfälle.“ Das hat sich seit Kurzem geändert.

Inzwischen sind der Polizei in München schon knapp 100 Fälle bekannt. Meist würden Summen im unteren vierstelligen Bereich ergaunert. Geld, das über deutsche Konten ins europäische Ausland fließt. Und für immer verloren ist.

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