Bundespolizei hat keine ruhige Minute

Sodom und Gomorrha auf den Münchner Bahnhöfen

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Die Bundespolizei verlebte keinen ruhigen vierten Advent.

München - Zahlreiche Körperverletzungen, ein Widerstand, ein Missbrauch von Nothilfeeinrichtungen sowie eine Festnahme wegen Diebstahls am vierten Advent-Wochenende. Die Bundespolizei merkte noch nichts von vorweihnachtlichem Frieden.

Zu zahlreichen Körperverletzungsdelikten, einem Widerstand sowie einer Festnahme wegen Diebstahls ist es am Wochenende (20. und 21. Dezember) an Münchner Bahnhöfen bzw. S-Bahnhaltepunkten gekommen.

Am Samstag (20. Dezember) kam es an der Hackerbrücke um 6 Uhr zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen einem 26-jährigen Marokkaner und einem 27-jährigen Deutschen. Dabei soll der Marokkaner dem Schwabinger unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der Geschädigte erlitt Rötungen sowie eine Schürfwunde im Gesicht. Da der Marokkaner (2,2 Promille Atemalkohol) in Deutschland ohne festen Wohnsitz ist, wurde - nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft - eine Sicherheitsleistung in Höhe von 1.000 Euro erhoben. Eine in München lebende Schwester des Mannes konnte das Geld beibringen, so dass der 26-Jährige die Wache freien Fußes verlassen konnte.

Am Samstag gegen 20:25 Uhr wurde ein 31-jähriger Ungar am Hauptbahnhof München auf frischer Tat ertappt, wie er in einem Tabakladen am Querbahnsteig Zigaretten entwendete. Weitergehende Ermittlungen der Bundespolizei ergaben, dass der Mann bereits zuvor mehrere kleinere Diebstähle in diversen Läden am Hauptbahnhof begangen hatte. Der Gesamtwert aller erlangten Güter lag bei 31 Euro.

Um 20:45 Uhr soll es nach Angaben der Bundespolizei am Samstag am Ostbahnhof in einem Schnellrestaurant zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen zwei bislang unbekannten Tätern und zwei 17-jährigen Deutschen gekommen sein. Einem der beiden Geschädigten, die beide in Taufkirchen wohnen, soll dabei mit dem Fuß ins Gesicht getreten worden sein. Außerdem soll beiden mit Fäusten ins Gesicht und mittels Plastikstuhl gegen den Rücken geschlagen worden sein. Einer der Geschädigten erlitt einen geschwollenen Finger, der andere eine Platzwunde an der Lippe. Die Täter konnten unerkannt entkommen. Jetzt werden die Bilder der Videoaufzeichnung ausgewertet.

Erst die Lebensgefährtin kann den Mann beruhigen

Von einem weiteren Fall berichtet die Bundespolizei am Ostbahnhof: Am Sonntag soll dort ein Mitarbeiter eines Schnellrestaurants von einem 19-jährigen Deutschen gegen 03:15 Uhr mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen worden sein. Der 43-jährige Sicherheitsmitarbeiter des Restaurants wollte einen 18- sowie einen 19-Jährigen aus dem Lokal verweisen. Dabei soll es nach vorangegangenem verbalen Streit zur Tätlichkeit des 19-Jährigen aus Oberschleißheim gekommen sein.

Ebenfalls um 03:15 Uhr am Sonntag wurde eine Bundespolizeistreife am Hauptbahnhof in die Toilettenanlage am Treppenabgang Arnulfstraße gerufen, nachdem dort längere Zeit eine Türe verschlossen war - ohne dass der Nutzer das WC-Abteil verlies bzw. auf Fragen reagierte. Nach Öffnung trafen die Beamten einen 39-jährigen aggressiven Brasilianer an. Aufgrund des Verdachts des Konsums von Betäubungsmitteln wurde der Mann zur Wache gebracht. Hier versuchte der Südamerikaner zunächst, einem Beamten, der jedoch ausweichen konnte, in die Genitalien zu treten - traf ihn nur am Oberschenkel. Ein anderer Beamter konnte weitere Tritte abwehren. Die Beamten konnten ihren Dienst fortsetzen. Eine Behandlung durch Rettungssanitäter lehnte der Brasilianer ab. Erst als sich die Lebensgefährtin auf der Wache um den Südamerikaner kümmerte, beruhigte er sich.

Um 06:30 Uhr am Sonntag hatte eine bisher unbekannte männliche Person am Haltepunkt Karlsplatz den Feueralarm eingeschlagen, ohne dass eine Brandgefahr vorlag. Die Person ist auf ausgewerteten Videobildern gut sichtbar und stieg am Stachus in die S8. Eine knappe Viertelstunde war aufgrund des folgenden Feuereinsatzes die Stammstrecke gesperrt, wodurch es zu erheblichen Auswirkungen im Bahnbetrieb kam. Jetzt versucht die Bundespolizei den Unbekannten zu ermitteln.

Gegen 20:25 Uhr soll schließlich ein 24-jähriger Italiener in einem ICE einen 23-jährigen Zugbegleiter zunächst verbal, dann tätlich angegangen haben, heißt es im Polizeibericht. Nachdem der Italiener in Ingolstadt von der Weiterfahrt ausgeschlossen worden war, fuhr er mit dem nächsten Regelzug in die bayerische Landeshauptstadt. Verständigte Bundespolizeibeamten erwarteten den 24-Jährigen daraufhin am Bahnsteig des Hauptbahnhofes und nahmen ihn vorläufig fest.

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