Diesen Plan finden jetzt alle gut

So soll die neue Großmarkthalle aussehen

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Die tz-grafik (rechts) zeigt: So soll die neue Großmarkthalle aussehen

München - Kein Jahr ist es her, da drohten die Händler, nicht in die von der Stadt geplante neue Großmarkthalle mitzuziehen. Die tz zeigt: So soll die neue Großmarkthalle aussehen.

Sogar Wohnungen könnten entstehen. Und ein neues Volkstheater – wenn es denn will.

Im Herbst 2012 schien das Tischtuch zerschnitten zwischen Händlern und Stadtverwaltung. Fruchtverbands-Chef Günther Warchola giftete über die damaligen Pläne: „Das müssen sie für jemanden anderen bauen. Wir ziehen da nicht ein.“ Tausende Arbeitsplätze seien in Gefahr. Bis Februar waren offenbar auch bei vielen Stadträten die Zweifel gewachsen, ob es sinnvoll sei, eine Halle zu bauen, die die künftigen Nutzer aus ganzem Herzen ablehnten.

In der Zwischenzeit wurde offenbar nicht nur an den Plänen gewerkelt – sondern auch an der Atmosphäre. Am Donnerstag stellte Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) den neuen Plan vor.

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Jahre alt ist der Beschluss der Stadt, die neue Großmarkthalle nicht auf die grüne Wiese zu bauen, sondern am Traditionsstandort in Sendling. Seit 100 Jahren werden dort Waren umgeschlagen, in einer Halle, die „für Züge und Pferdefuhrwerke geplant wurde“, wie Markthallen-Chef Boris Schwartz am Donnerstag sagte. „Und nicht für Riesen-Lkw.“ Das ganze Areal ist in die Jahre gekommen, insbesondere aber die eigentliche Großmarkthalle. Die soll jetzt ersetzt werden – durch ein 500 Meter langes Gebäude an der alten Thalkirchner Straße, die heute mitten durch die für die Öffentlichkeit abgeschlossenen Areal verläuft. Vier kleinere Hallen müssen dafür weichen, der Neubau soll stolze 40 000 Quadratmeter Fläche bieten. Die Waren werden von der Ostseite in die Lager angeliefert und an der Westseite verkauft. 130 Stellplätze mit Rampen für Laster könnte es dort laut Warchola geben. Es soll ein Neubau der kurzen Wege werden. Moderner und effizienter könnte alles organisiert werden – mehr Platz als heute gibt es indes nicht.

„Wir geben dem Stadtteil Sendling etwas zurück“, so sagte es Axel Markwardt am Donnerstag. Die alte Thalkirchner Straße könnte wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – die Flächen westlich der Straße sollen es auf jeden Fall. Von dort bis zum Gotzinger Platz, wo einst die Moschee stehen sollte, könnten Wohnungen gebaut werden. In Sendling begrüßt man diese Entwicklung. Bezirksausschuss-Chef Markus Lutz (SPD) sagte: „Das Wichtigste war für uns, dass die Großmarkthalle hier erhalten bleibt. Es passt einfach zum Viertel.“ Gut passen würden aus seiner Sicht auch möglichst viele bezahlbare Wohnungen – und das Volkstheater im Norden des frei werdenden Areals, dort steht die teils denkmalgeschützte bisherige Großmarkthalle. „Das würde passen – sowas wie eine Schrannenhalle brauchen wir hier nämlich bestimmt nicht“, sagte er.

Im Volkstheater gibt man sich reserviert. Wie berichtet, favorisiert Intendant Christian Stückl als Standort den Viehhof. Das Theater plant, spätestens 2020 die Brienner Straße aufzugeben, dann wird es von den Behörden wohl endgültig keine Genehmigung mehr für die heutige Spielstätte geben. „Der Viehhof ist nicht nur mehr der Stadt zugewandt“, sagte Stückl am Donnerstag dem Münchner Merkur. „Er ist vor allem jetzt frei. Das neue Volkstheater muss 2020 bezugsfertig sein!“

Realistisch gesehen dürfte die neue Markthalle erst um das Jahr 2020 fertig sein. Und erst danach kann auf dem alten Areal gewerkelt werden. „An einem Abend wird die alte Großmarkthalle geschlossen“, beschrieb Markwardt am Donnerstag seinen Zeitplan. „Und am nächste Morgen die neue eröffnet.“

Felix Müller

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