Soll Stadt Haltung von Wildtieren im Zirkus verbieten?

München - Nach den Vorwürfen der Tierquälerei gegen den Circus Krone, über die Report Mainz am Montag berichtete, wird im Rathaus Aufklärung über die Tierhaltung im Münchner Traditionshaus verlangt.

CSU-Stadträtin Evelyne Menges bezeichnet die Haltung eines Flusspferdes in einem Zirkus als „höchst problematisch“. Das habe sich nicht mal der Tierpark Hellabrunn zugetraut und seine zwei Exemplare nach Brasilien abgegeben. Grünen-Stadtrat Florian Vogel pocht auf Abschaffung der Missstände. Er hält die Mängel aber für „Nachlässigkeiten“, „wie sie in großen Betrieben vorkommen“, und nicht für „vorsätzliches Fehlverhalten“.

Er erwartet vom Circus Krone allerdings, dass er seinen Tieren „mehr bietet als nur Mindeststandards“. Die Stadt solle ein Verbot von Wildtieren im Zirkus erwägen. In Österreich und Finnland gebe es das bereits, so Judith Brettmeister, Sprecherin der Tierrettung.

Johanna Moritz, Veterinärdirektorin beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelschutz, findet es „sehr, sehr schwierig“, Wildtiere im Zirkus zu halten, sagte sie dem Münchner Merkur, gerade Elefanten. Es sei aber in Deutschland legal. Moritz’ Mitarbeiter werden von Amtstierärzten in „kritischen Fällen“ eingeschaltet. Sie kommen unangemeldet, schauen sich die Tiere und möglichst auch eine Vorstellung an.

Lesen Sie auch:

ARD-Magazin stellt Krone an den Pranger

Die Veterinärin hofft, dass es bald ein „Zirkusregister“ gibt, in dem alle Informationen über Tiere, Genehmigungen und Behördeneinträge gesammelt werden. Es gehe um „praktikable Lösungen“ und darum, hin und wieder den nötigen Druck aufrechtzuerhalten. „Nach meiner Erfahrung ist es nicht so, dass die Zirkusse nicht wollen.“

Quelle: tz

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare