Nicht ganz sein Fall

Rundgang lässt ihn völlig verzweifeln: Flaucherfranzl rechnet rigoros mit Sommer-Tollwood ab

Flaucherfranzl auf dem Tollwood
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Das Tollwood-Sommerfestival lockt tausende Münchner an - nicht aber den Flaucherfranzl.

tz.de-Kolumnist Flaucherfranzl wird kein Fan des Tollwood-Sommerfestivals mehr. Sein rein erdachter Streifzug über das Gelände hält unschöne Überraschungen bereit.

Auch in diesem Jahr wird das Tollwood-Festival die Welt ein kleines Stückchen besser machen. Eine am Eingang installierte Skulptur aus Zigarettenschachteln soll helfen, den Klimawandel aufzuhalten. Frei nach dem Motto: „Wir paffen das!“

Das Thema „Nachhaltigkeit“ interpretieren die Veranstalter freimütig als nachhaltige Reduzierung der Kaufkraft des neugierigen Besuchers. Bei der Preisentwicklung der vergangenen Jahre kann man sich schon mal heftig an seinem Wirsing-Carpaccio verschlucken. Der Bezeichnung „Slow Food“ möchte der Flaucherfranzl ob seiner Zeit in der Warteschlange gerne zustimmen.

München: Fiktiver Rundgang über Tollwood-Sommerfestival hält Überraschungen bereit

Bei einer abendlichen Inspektion des feilgebotenen Kunsthandwerks stechen nützliche Dinge ins Auge. Bleistiftwärmer aus Alpaka-Wolle oder Räucherstäbchen aus entlegenen Indianerreservaten. Schade, wieder kein Geburtstagsgeschenk für Mama gefunden.

Angeblich frisch aus der Pfalz eingetroffen, erinnert der gereichte Bio-Wein nach Abschluss des Dekantierprozesses frappierend an Lidls Vorzeige-Jahrgang.

Tollwood-Festival 2021 in München: tz.de-Kolumnist Flaucherfranzl verzweifelt bei erdachtem Streifzug

Als der Flaucherfranzl in der Klangschalen-Area auch noch seine alte Kunstlehrerin trifft, stößt er vor Schreck ihr Einweckglas um. 0,3 Liter Hibiskus-Limonade (8,20 Euro) landen auf der Pluderhose von Frau Kleinhauser. Der Kolumnist will seinen Streifzug durch die heillos überfüllten Gassen endgültig beenden, nachdem er sich das vierte Mal Dreadlocks einer Kräuterhexe aus dem Gesicht wischen muss.

Dann erregt eine Turbulenz unweit der Heuschrecken-Braterei des Franzls Aufmerksamkeit. Im Rudel versucht ein Junggesellenabschied aus Paderborn eine zierliche Ethnologie-Studentin zu reißen. Mit Schaum vorm Mund. Da bekommt der Festival-Name plötzlich eine ganz neue Bedeutung ...

In unregelmäßigen Abständen beleuchtet tz.de-Kolumnist Flaucherfranzl gesellschaftliche Entwicklungen in der Landeshauptstadt auf tz.de/muenchen. Warum es die Münchner immer wieder an den Gärtnerplatz zieht, kann er zum Beispiel gar nicht verstehen.

Das hält ein Tollwood-Besuch im Jahr 2021 tatsächlich bereit: Der Plan für den Festival-Marathon, der heuer coronabedingt ein wenig anders abläuft.

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