Der Sommer unseres Lebens

Erinnerungen, die für den Regen entschädigen

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Markus Liedl (31) aus Unterschleißheim heiratete seine Steffi (30) und durfte sich über den CL-Sieg des FC Bayern freuen.

München - In der tz erzählen Münchner und Oberbayern, warum sie den Sommer 2013 nie vergessen werden. Schöne Erinnerungen, die uns für den Regen entschädigen.

Mausgrauer Himmel, nass und ungemütlich. Zugegeben: Heute, am letzten Ferientag, deutet kaum etwas auf einen weiter ausklingenden Traumsommer hin. Aber wir können uns zumindest ein paar warme Gedanken machen: kurz durchatmen und die vergangenen Wochen noch mal vor dem inneren Auge vorbeiziehen lassen. Was ist bei Ihnen hängengeblieben vom Sommer mit Dauersonnenschein? Ein neuer Grill-Rekord? Ein Freiluftkonzert? Der Traumurlaub, die eigene Hochzeit oder eine neue Liebe? In der tz erzählen Münchner und Oberbayern, warum sie den Sommer 2013 nie vergessen werden. Schöne Erinnerungen, die uns für den Regen entschädigen.

Nach dem Triple die Krönung

Für Markus Liedl (31) aus Unterschleißheim war schon das Frühjahr ein Traum: Da konnte der ­leidenschaftliche Bayern-Fan im Londoner Wembley-Stadion live miterleben, wie die beste Fußball-Mannschaft der Welt die Champions League gewann und damit das ersehnte Triple nach München holte. Aber selbst die Könige Europas waren abgemeldet, als der Markus im Sommer seine Steffi (30) in ihrem hinreißenden Brautkleid sah und zum Altar führen durfte. Dabei strahlte er alleine noch mehr als der ganze Bayern-Kader bei der Pokalübergabe zusammen. Mei, wenn es um die Liebe geht, dann wird halt sogar Fußball zur Randsportart …

Glück im neuen Job

Es war eine Art Feuertaufe am Berg – und die schien anfangs zum Desaster zu werden: Susanne Härtl (33) aus ­Partenkirchen und ihr Freund Klaus Heu­felder (31) aus Lenggries hatten ihre Jobs als Psychologin bzw. Schlosser an den Nagel gehängt, um das Soiernhaus im Karwendel als Hüttenwirte zu übernehmen: „Als wir aufsperrten, schüttete es über Tage wie aus Kübeln. Wir dachten, es kommt nie mehr ein Gast zu uns herauf!“ Doch dann wurde der Bergsommer doch noch ­märchenhaft schön: „Der Regen ist längst vergessen. Wir freuen uns schon auf die nächste Saison!“

Eisbach: Gaudi an der Surfer-Oase

Heuer war die Eisbachwelle „nicht ganz optimal“, sagt Surfer Philipp Moog (35). Das Hochwasser hatte den Wasserspiegel verändert: „Die Welle hatte wenig Druck.“ Moog surft schon seit 15 Jahren. Bevor er sich in andere Surf-Reviere irgendwo auf der Welt wagt, trainiert er am Eisbach vier- bis fünfmal die Woche. Er sagt: „Es gibt nichts Schöneres, als sich an heißen Tagen in Shorts auf das Fahrrad zu schwingen und hierher zu fahren, zu surfen und sich dann hinzuflacken oder mit meiner Frau ein spätes Frühstück im Englischen Garten zu genießen. Das hier ist eine Oase, ein Fluchtpunkt inmitten der Stadt.“ Da macht’s auch nix, wenn die Welle nicht ganz optimal ist …

Premiere mit Papa

Das Gemsen-Gen hat er vom Papa geerbt: Mit seinen neun Jahren ist Luca Ernemann aus Trudering schon ein Bergfex, sammelt mit seinem Vater Bernd (43) regelmäßig Gipfel in den Münchner Hausbergen. Meistens sind auch Mama Corina (42) und die Schwestern Juli (8) und Mara (5) mit von der Partie. „Das macht Spaß“, sagt Luca, „aber am spannendsten ist es, wenn wir eine Männertour machen – nur der Papa und ich.“ In diesem Sommer erlebten die beiden eine besonders aufregende Premiere: Gemeinsam meisterten sie den anspruchsvollen Bergkameraden-Klettersteig überm Walchsee (Schwierigkeitsgrad C/D; Foto oben re.). „Wahnsinn, wie mutig der Luca geklettert ist“, erzählt der Papa stolz, „das hätte ich mich in seinem Alter nicht getraut.“

Grande Finale in Verona

Aus einer verrückten Idee wird das Konzerts ihres Lebens: 99 Mal begeistern Werner Schmidbauer (v.r.), Pippo Pollina und Martin Kälberer auf ihrer „Süden“-Tournee. Als „Zugabe“ bewirbt sich das bayerisch-italienische Trio mit mäßigen Erfolgsaussichten um ein Konzert in der legendären Arena di Verona. Sie bekommen den Zuschlag – und setzen eine Massenbewegung in Gang. Am 12. August spielen sie vor 10 000 Fans. Die Zeitung Corriere della Sera titelt: „Made in Germany – sold out“. Ausverkauft! „Es ist unbeschreiblich, da draußen zu stehen“, schwärmt Schmidbauer. Mittlerweile haben er und sein Team einen Fersehsender und einen Verlag gefunden, die den Abend in Bild, Ton und Buch festhalten wollen. Der Süden geht weiter.

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