Schwanthalerhöhe und Alpenplatz

Sommerstraßen bewilligt: Neue Erholungs-Zonen statt Parkplätzen

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Am Giesinger Alpenplatz haben Bobbycars im Sommer Vorfahrt.

München erhält nächstes Jahr zwei Sommerstraßen. Das hat der Stadtrat beschlossen. Die Pilotprojekte starten auf der Schwanthalerhöhe und dem Alpenplatz. Weitere Straßen sollen folgen.

Auf der Schwanthalerhöhe werden für einen begrenzten Zeitraum acht Parkbuchten zu so genannten Parklets umgestaltet. Außerdem werden Teile des Alpenplatzes für den Autoverkehr gesperrt werden, um eine fußläufige Verbindung zwischen dem Alpen- und Edelweißplatz zu schaffen. 21 Parkplätze sind dann nicht mehr zu erreichen. Das hat der Stadtrat entschieden. Zudem sollen auf Wunsch der CSU weitere Sommerstraßen geprüft werden: die Margarete-Schütte-Lihotzky-Straße in Schwabing, vor den Domagk-Ateliers, die Türkenstraße zwischen Schelling- und Blütenstraße sowie die Fallmerayerstraße bis Helmut-Fischer-Platz.

Die Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Obergiesing-Harlaching, Carmen Dullinger-Oswald (Grüne), hatte zuvor für das Projekt am Alpenplatz geworben. „Das kommt uns sehr entgegen, gerade für junge Eltern ist es eine schöne Gelegenheit, das soziale Miteinander wird gefördert.“

Die CSU ist dezidiert gegen den Alpenplatz als Sommerstraße. Stadträtin Sabine Bär sagte, grundsätzlich sei auch ihre Fraktion Verfechterin dieser Projekte. „Aber in Giesing ist die Situation eine andere. Da wurden Unterschriften gesammelt, die Anwohner möchten keine Sommerstraßen.“ Es existiere bereits ein großer Platz, das Vorhaben, mit Sommerstraßen Anwohnern Erholungsmöglichkeiten zu bieten, greife nicht. „Die Anwohner haben einfach Angst, weil sie nicht mehr wissen, wo sie ihre Autos hinstellen sollen.“ Wenn man solch ein Projekt starte, dann doch an einer Stelle, wo es die Anwohner nicht störe.

Grünen-Chefin Katrin Habenschaden kritisierte die lange Dauer der Umsetzung: „Es gab einen hohen politischen Willen, wir sprechen aber jetzt schon wieder von 2020. Das ist eine träge Vorgehensweise.“ Tobias Ruff (ÖDP) waren die Kosten zu hoch. Denn für 160 000 Euro gestalte man zwei Sommerstraßen, die allenfalls ein paar Hundert Bürgern zugute kämen. Eingedenk des Wachstums der Stadt bräuchte man aber Hunderte solcher Plätze. Und das wird zu teuer. Ruff beantragte daher erfolgreich, dass Bürger künftig eigenverantwortlich vorschlagen sollen, an welchen Stellen Parklets eingerichtet werden. Die Bürger sollen die Sommerstraßen dann auch selbst betreuen.

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