Diese drei machen mit

Polizist auf dem zweiten Bildungsweg

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David Zekhariafamil, Daniela Steuer und Thomas Kufer (von rechts) schulen um.

München - Die Polizei hat 24 junge Menschen eingestellt, die vorher ganz andere Berufswege eingeschlagen hatten. Beim Sonderprogramm München bekommen auch die eine Chance, die schon älter sind.

Sie arbeiteten im Krankenhaus, wollten Lehrer werden oder fingen bei einer Versicherung an: Die Polizei hat 24 junge Menschen eingestellt, die vorher ganz andere Berufswege eingeschlagen hatten. Beim Sonderprogramm München bekommen auch die eine Chance, die schon älter sind.

Zwischen 24 und 34 Jahre alt dürfen die Bewerber sein. Normalerweise ist für Einsteiger bei der Polizei in Bayern ab 25 Jahren Schluss. Seit über 20 Jahren gibt es das „Sopro“, also das Sonderprogramm. Im Januar und Juli fangen jeweils 24 Neue mit ihrer Ausbildung an. Sie steigen im mittleren Dienst ein – und machen ihre Ausbildung in 20 (statt normalerweise 30) Monaten.

Die Polizisten werden speziell für München ausgebildet – und müssen sich verpflichten, zehn Jahre in der Stadt zu arbeiten. „Wir haben hier einen hohen Bedarf“, sagt Elizabeth Matzinger von der Münchner Polizei. „Und das Problem, dass viele Polizisten aus anderen Teilen Bayerns nicht hierher kommen wollen.“ München ist teuer – und der Dienst als hart bekannt. Das „Sopro“ soll Abhilfe schaffen. Ausgebildet werden die Polizisten in Dachau. Dort haben drei von ihnen der tz erzählt, warum sie ihren alten Job aufgegeben haben – und jetzt Polizisten werden wollen.

Rausgehen statt ewig nur Büro

David Zekhariafamil (34, auf dem Foto rechts) hat Politikwissenschaften und VWL studiert. Danach fing er als Trainee bei einer Versicherung an. Irgendwann kam der Moment, als er sich dachte: „Hier wollte ich eigentlich nicht hin.“ Ständig im Büro sitzen, das war nichts für ihn. Als Boxtrainer hatte er Bekannte bei der Polizei – und entschied, sich für das Sonderprogramm zu bewerben. Im Januar hat Zekhariafamil mit der Ausbildung begonn. Am besten gefällt ihm, dass er später in dem Bereich arbeiten kann, der ihn schon im Studium interessierte: Terrorismusbekämpfung.

Polizei war schon immer interessant

Daniela Steuer (29) arbeitete über zehn Jahre als Medizinische Fachangestellte. „Irgendann gab es dann keine Aufstiegsmöglichkeiten mehr“, sagt sie. Steuer wollte mehr erreichen – die ­Polizei hat sie schon immer interessiert. Im Juli hat sie beim „Sopro“ angefangen. Das Wissen aus ihrem alten Job nutzt ihr jetzt. „Etwa wenn ich jemanden reanimieren muss oder es gilt, ruhig zu bleiben, wenn jemand verletzt ist.“ Die 29-Jährige kommt aus dem Allgäu. Klar: München ist ein ganz schöner Kontrast dazu: „Am Anfang ist es immer schwer, aber das wird schon.“

Spaß am Sport, gute Chancen

Thomas Kufer (28, links) machte eigentlich eine Ausbildung zum Sportlehrer als Freiberufler. Dann kam er auf das Sonderprogramm. „Mir hat schon immer gefallen, dass ich bei der Polizei auch viel Sport machen kann.“ Kufer entschied sich, zu wechseln. Im Juli ging die Ausbildung für ihn los. Der 28-Jährige will bei der Polizei die Aufstiegsmöglichkeiten nutzen. Da haben es die Absolventen des Sonderprogramms zwar schwerer, weil sie zunächst nur im mittleren Dienst einsteigen können. Aber Kufer ist ehrgeizig: „Ich wünsche mir schon, dass ich weiterkomme.“

R. Weise

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