Massenhaft Schlamm auf dem Asphalt

Wieder "Land unter" in der Sonnenstraße

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Schlamm und Dreck bedecken die Sonnenstraße.

München - Wieder ein Wasserrohrbruch: Nur wenige Monate nach der letzten Überschwemmung standen am Freitag erneut Keller und Tiefgaragen in der Sonnenstraße unter Wasser.

Das darf doch nicht wahr sein: Schon wieder Land unter in der Sonnenstraße! Und wieder hat’s nach einem Wasserrohrbruch die Geschäftsleute von Hausnummer 25 erwischt. Nachdem in der Nacht zum 30. Januar fünf Millionen Liter Wasser Läden, Tiefgarage, Lager und Keller in eine Seenlandschaft verwandelt hatten, kam’s am Freitag glücklicherweise nicht ganz so dick. Trotzdem waren einige der Geschäftsinhaber den Tränen nahe, als um 10 Uhr wieder eine dicke, schlammige Brühe in die Passage hineinlief, weil in einer nahen Baustelle erneut ein Rohr gebrochen war.

Wasserrohrbruch: "Land unter" in der Sonnenstraße

Wasserrohrbruch: "Land unter" in der Sonnenstraße

Doch während im Januar der Schaden mitten in der Nacht auftrat und lange unbemerkt blieb, dauert es am Freitag nur wenige Minuten bis Experten der Stadtwerke die Fluten stoppten – per Schieber am Sendlinger Tor.

„Bis dahin stand das Wasser aber auch schon 40 Zentimeter hoch in einem Teil der Duplex-Garagen“, berichtet Dariush Peyrovi, der mit seiner Freundin Isabel Berk (36) den Beauty-Salon Isabel betreibt. Dorthin war der 29-Jährige geeilt, um seinen Honda zu retten.

Doch am Garagentor war Schluss: „Der Strom war abgeschaltet, da ging nichts mehr.“

Das bekam auch ein Fahrstuhlbenutzer zu spüren. Für ihn war zwischen der sechsten und siebten Etage Endstation. Doch dank der Feuerwehr war auch dieses Problem schnell gelöst.

Für die Stadtwerke handelt es sich diesmal übrigens nicht – wie für die Feuerwehr – um einen Rohrbruch. „Es gab ein Leck an der Verbindung zwischen einer neuen und einer Bestandsleitung“, so Sprecherin Bettina Hess. Den Betroffenen wird das egal sein. Die haben vom Pumpen und wischen die Nase gestrichen voll.

Und von der Renovierung: In der Tanzschule Steuer musste nach der großen Flut das Parkett ausgewechselt werden, im New York die komplette Einrichtung. Wie hoch der Schaden jetzt ist, ist noch unklar.

WdP

Versicherung zahlt nicht!

Beim Rohrbruch im Januar soff das Smart-Cabrio von Dariush Peyrovi und seiner Freundin Isabel Berk total ab. Rund 5.000 Euro war der Wagen noch wert. Aber bis heute hat das Paar noch immer keinen Cent Entschädigung gesehen. Peyrovi weiß auch nicht genau warum. „Keiner fühlt sich zuständig, die Versicherungen streiten.“ Der viele Papierkram hat den 29-Jährigen inzwischen so zermürbt, dass er seinen Job als Versicherungsmakler an den Nagel gehängt hat. „Ich kann doch niemandem mehr erklären, dass die im Schadenfall auch wirklich zahlen, wenn ich selbst gerade das Gegenteil erlebe.“ Die Stadtwerke wollten sich am Freitag zu dem „Einzelfall“ nicht äußern.

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