Danke, liebe Mamas!

Sonntag ist Muttertag – und so wird in München gefeiert

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Alexandra Liekweg mit ihren Kindern Lennard und Amelie.

Am Muttertag nimmt man sich Zeit – für alles, was im Alltag auf der Strecke bleibt. Wir haben uns umgehört, wie die Münchner Mamas ihren Ehrentag feiern.

In den Kindergärten wird seit Tagen gebastelt und geklebt. In den Bäckereien verströmen frisch gebackene Schoko-Herzen ihren Duft. Und auch die Blumenläden sind gerüstet. Denn am Sonntag ist wieder Muttertag – der Tag des Dankes! Für die einen ist der 14. Mai ein rein gewerblicher Tag. Für die anderen ist der Muttertag etwas ganz Besonderes. Ein Tag der Familie. Ein Tag, an dem man sich Zeit nimmt – für alles, was im Alltag auf der Strecke bleibt. Wir haben uns umgehört, wie die Münchner Mamas ihren Ehrentag feiern.

Mittags geht es zum Italiener

„Für den Vatertag basteln wir im Kindergarten Sonnenblumen – und für den Muttertag Herzen“ erklärt der fünfjährige Lennard. Mutter Alexandra Liekweg freut sich über die Kleinigkeiten. Jedes Jahr versuchen ihr Mann und die Kinder, ganz heimlich einen Blumenstrauß für sie zu besorgen. „Das klappt nie so recht, denn ich weiß meistens Bescheid über ihren Plan“, lacht die 41-Jährige. Ein weiteres gemeinsames Ritual: Mittagessen in der Pizzeria. „Im Sommer grillen wir auch gern an der Isar“, sagt die vierjährige Amelie.

Kuchen ist ein Muss!

„Der Muttertag ist mir sehr wichtig“, erzählt Maiwenn Moreau. Für sie gehört ein selbst gebackener Kuchen und ein Besuch bei der Schwiegermama dazu. „Ich hoffe natürlich immer, dass meine Kinder mich überraschen“, schmunzelt die 36-Jährige. Von Amaury (li.) und Wianney (re.) gibt es oft kreative Geschenke. „Das schönste war ein Fotoalbum mit selbst geschriebenem Gedicht.“ Das Basteln macht Amaury ganz besonders viel Spaß – Wianney (4) mag das schon auch, aber: „Ich finde das Schenken sogar noch schöner.“

Unsere Reisen um die Welt sind unvergessen

Für ihre Mutter fliegt die Schauspielerin Jutta Speidel (63) extra vom Rheinland, wo sie derzeit dreht, nach München. Am liebsten erinnern sich die beiden an ihre gemeinsamen Urlaube. Vor allem, als Gerlinde Steiningers Ehemann verstorben ist, seien die beiden oft zusammen verreist. Etwa nach Südafrika. „Ich habe meine Mutter, wann immer es möglich war, zu meinen Dreharbeiten mitgenommen.“ So habe die 91-Jährige ein sehr erfülltes spätes Leben gehabt. Mittlerweile seien größere Reisen altersbedingt zwar nicht mehr möglich, „aber wir sehen uns trotzdem noch fast jedes Wochenende“, sagt Speidel. „Meine Mutter ist mir noch immer ein richtiges Vorbild“, schwärmt Speidel. „Sportlich, elegant und herzensgut.“ Ein Widder eben, genau wie sie selbst.

Streng geheime Geschenke 

Der Muttertag beginnt für Sylvia Götze aus Germering mit einem gedeckten Frühstückstisch. Marlene (li.) und Klara (re.) überreichen der ­Mama dann die Geschenke. „Das Geschenk für meine Mutter ist schon fertig“ sagt Marlene. „Ich habe es im Werkunterricht gebastelt. Darin kann sie etwas aufbewahren“, verrät die Zweitklässlerin. Die sechsjährige Klara verrät keine Details über ihr Präsent. Auch abseits des Muttertags verbringen die drei ebenfalls viel Zeit zusammen. „Nur ich darf den Mädchen die Haare flechten, der Papa nicht“, sagt die Krankenschwester.

Von der Mama zu den Löwen

Kurz einen Strauß Blumen vorbeibringen und dann ab zum Sechzger-Spiel. Der Kabarettist ­Michael ­Altinger (46, mit Mutter Elfriede, 69) hat den Muttertag heuer zum Vatertag umfunktioniert. „Dafür denk ich mir am Vatertag was ganz Besonderes für meine Mama aus“, sagt Altinger. Als der 46-Jährige acht Jahre alt war, sei ihm am Muttertag siedend heiß eingefallen: Ich habe noch kein Geschenk gebastelt! Also musste der eigene Garten herhalten. „Die Mama hat natürlich sofort gewusst, woher die Blumen sind. Aber schließlich zählt ja der gute Wille“, schmunzelt Altinger. Und der komme nie zu kurz. „Meine Frau zieht mich nicht umsonst mit dem Namen Mama-Bubi auf“, scherzt der Kabarettist.

Blumen? Auf keinen Fall!

Blumen zum Muttertag? – „Völliger Quatsch!“, finden Simon Pearce (35) und seine Mutter Christiane Blumhoff (74). Auch sonst sind sich die beiden ziemlich ähnlich. „Wir haben nicht nur den gleichen Beruf, sondern auch eine riesengroße Klappe und einen nicht vorhandenen Sparwillen“, sagt Pearce. Auch wenn der 35-jährige Schauspieler seine Mama als „tollste Mama der Welt“ bezeichnet, kann es zwischen den beiden schon mal krachen. Das liege an ihrem Temperament. „Und trotzdem sehen wir uns ziemlich oft“, sagt Blumhoff. „Kein Wunder, schließlich wohnen wir ja auch bloß 300 Meter voneinander entfernt“, kontert ihr Sohn. Ihr „Revoluzzer-Gen“ hält die beiden nicht einmal davon ab, sich die Nächte gemeinsam um die Ohren zu schlagen. Normalerweise sei es ja eher komisch, wenn ein 35-Jähriger mit einer 74-Jährigen auftaucht, sagt Pearce. Aber was ist schon normal? „Jedenfalls nicht, seiner Mutter am Muttertag einen Strauß Blumen in die Hand zu drücken“, sagt Pearce.

Besuch statt SMS-Nachricht

Wenn der Graffiti-Künstler Loomit (48) an seine Mama denkt, schießen ihm automatisch alte Reise-Erinnerungen durch den Kopf. „Wir lieben es, die Welt zu bereisen“, sagt Loomit. Eine weitere Gemeinsamkeit sei ihr Arbeitseifer. „Meine Mama hat es zwar eher mit der Mode“, sagt Loomit, „aber kreativ sind wir beide.“ Auf die obligatorische Text-Nachricht wird Angelika Koehler-Schiessler (68) an ihrem Ehrentag deshalb eher verzichten müssen. Vielleicht schaut der Künstler persönlich bei seiner Mama vorbei. „Wenns passt, dann passt’s“, sagt Loomit.

Wir sind immer füreinander da

Für Schauspielerin Monika Baumgartner (65) ist der Muttertag in erster Linie ein Tag der Blumenläden und „für alle, die sich sonst nicht kümmern“. Sie ist auch die restlichen 364 Tage im Jahr für die Mama da. „Wir telefonieren oft und sehen uns mindestens zweimal pro Woche. Entweder alleine oder zusammen mit meinen Geschwistern, deren Kindern und Kindeskindern. Das hält fit.“ Vor allem geistig. Körperlich hat ihre Mutter gerade mit einem gebrochenen Oberschenkel zu kämpfen. „Obwohl die Operation sehr gut verlaufen ist, muss meine Mutter das Laufen wieder neu lernen“, sagt Baumgartner. Unterstützung erhält die 89-Jährige von ihrer Familie. „Wir helfen uns von jeher gegenseitig, so gut es geht.“

Wir können Chaos

Bei Christian Springer (52) und seiner Mutter Hildegard (79) gibt’s am Muttertag „ein gscheits Menü“. Schließlich sei das „ein schöner Familientag“. Springer lacht: „Wenn ich an meine Mama denke, schwirren mir Dutzende Erinnerungen durch den Kopf. Etwa die Besteigung ihres ersten Viertausenders, brennende Fondue-Töpfe und Schlittenfahrten.“ Und: Die Mama musste einst Christians Schultüte tragen, „weil ich mich geschämt habe, mit diesem blöden Ding durch die Straßen zu laufen“. Worin sich die beiden ähnlich sind? „Im Anrichten von Chaos“, schmunzelt der Kabarettist. Und in der „Neugier auf die Welt“. Eines habe ihm seine Mutter allerdings voraus, sagt Springer bierernst: „Meine Mutter sprüht vor Lustigkeit – da muss ich noch aufholen.“

SB, PAD

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