Betriebsausflug endet am Wehr

SOS auf dem Isar-Floß

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Das Wehr in Baierbrunn

Baierbrunn - Was für eine Meinung die jetzt wohl haben werden von der bayerischen Floßfahrerei? An einem (glücklicherweise) geschlossenen Schleusentor des Wehrs in Baierbrunn endete am Freitag um 15 Uhr die Isarfahrt des Marktforschungsunternehmens Infratest.

Die Flößer hatten die Einfahrt in die Floßgasse verpasst. Das Floß hing fest. Davor stürzte das von Strudeln und Walzen durchsetzte Wasser drei Meter senkrecht in die Tiefe!

Die Strömung der Isar war am Freitag stark, der Wasserstand sehr hoch. Bereits auf Höhe des Georgensteins geriet das mit 50 Marktforschern besetzte Isarfloß in Schwierigkeiten. Es rammte eine Insel, verlor einen Stamm und geriet ins falsche Fahrwasser. Ein Infratest-Mitarbeiterin (35) aus München: „Wir mussten uns festhalten und schauen, dass wir nicht von Zweigen und Ästen am Ufer getroffen werden.“ Ein Kollege habe sich durch einen Sprung gerade noch gerettet, ein anderer verletzte sich am Bein. Dann trieb das Floß rückwärts in Richtung Baierbrunner Wehr. Die 35-Jährige: „Eine Musikerin schrie ,Ich springe!‘ – ich wäre fast auch gesprungen. Ich hatte solche Angst.“ Die Flößer hätten wie wild gerudert, damit ihr Gefährt nicht vom Sog in das offene Wehr daneben gezogen wird. In letzter Minute konnten sie das Floß, das in dem geschlossenen Wehr festhing, mit Stahlseilen befestigen. Per Handy riefen sie Hilfe.

Der Pullacher Feuerwehrkommandant Klaus Neukamm ist nur froh, dass keiner ins Wasser fiel: „Das wäre sehr gefährlich geworden. Aber die waren alle recht gut drauf und vernünftig. Den Bierausschank mussten wir aus Sicherheitsgründen allerdings stoppen.“ Auf Leitern stiegen Feuerwehrmänner aus Pullach, Baierbrunn und Grünwald zu den Havarierten hinunter. Die Berufsfeuerwehr schickte Taucher, die das Floß sicherten. Alle Floßfahrer bekamen Schwimmwesten. Dann wurden die Gäste in Booten ans Ufer gebracht. Einige hatten es sehr eilig. Sie mussten nämlich zum Flughafen und wurden mit dem Bus direkt dorthin gebracht.

Das Floß wurde mit einer an einem Traktor befestigten Seilwinde und einem 100 Meter langen Stahlseil zurückgezogen und wieder auf Kurs gebracht.

dop./cal.

Quelle: tz

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