Österreich-Hammer: Kanzler Kurz gestürzt

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Interne Untersuchung fördert Defizite des Amtes zu Tage

Sozialreferat zu lasch zu jungen Schlägern?

polizeivideo

München - Die Betreuung jugendlicher Straftäter und derer Familien durch das Sozialreferat weist große Mängel auf.

Das ergab eine interne Untersuchung der städtischen Behörde, die nach den schweren Überfällen in der U-Bahn Ende vergangenen Jahres eingeleitet wurde.

Nach einem Bericht der SZ waren die insgesamt acht straffälligen Jugendlichen zwischen 17 und 21 Jahren dem Sozialreferat wohlbekannt. Sie und ihre Familien wurden im Rahmen der Jugendhilfe teils seit Jahren unterstützt – mit dem bekannten Ergebnis.

Die Untersuchung förderte folgende Versäumnisse zu Tage: Die Sozialarbeiter hätten keinen Zugang zu den Familien gefunden. Elterliche Beziehungsprobleme oder häusliche Gewalt seien nicht ausreichend berücksichtigt worden. Delikte seien nicht systematisch in den Akten registriert worden. Die Polizei informiere Jugendamt und Sozialarbeiter oft erst mit mehrwöchiger Verzögerung. Es gebe Kooperationsproblemen zwischen Sozialbürgerhäusern und Jugendgerichtshilfe. Der Bericht spricht von „hilflosen Helfern“.

Die Gesamteinschätzung der Fälle sei „Stückwerk“, heißt es laut SZ weiter. Die späteren U-Bahnschläger seien trotz „massiver“ Probleme nicht von Psychiatern begutachtet worden. Auch der Drogenkonsum der Jugendlichen sei nicht berücksichtigt worden.

Eine Zusammenarbeit mit den Schulen fände offenbar nicht statt, obwohl oft ein Zusammenhang zwischen Straftaten und Schulproblemen bestehe.

Das Familiengericht, das den Eltern das Sorgerecht entziehen kann, sei „zu einem viel zu späten Zeitpunkt“ vom Sozialreferat angerufen worden. Bei der Frage, ob Mehrfachstraftäter in geschlossene Erziehungseinrichtungen kommen sollen, herrsche „große Zurückhaltung“. Das Sozialreferat gehe mit den Eltern zu inkonsequent um. Die Prüfer vermuten eine „zu schwache Konfrontation“ der Eltern mit dem Verhalten ihrer Kinder durch die Behörden. Die Akten seien lückenhaft. Berichte über Erfolg oder Misserfolg der Maßnahmen gebe es nicht.

Über die internen Ergebnisse der Untersuchung will sich Sozialreferent Frieder Graffe nicht äußern. Dafür fordert jetzt der Fraktionschef der Rathaus-CSU, Josef Schmid, den Bericht im Stadtrat vorzustellen. „Bislang wurden unsere Bedenken und Einwände im Umgang mit gewaltbereiten Jugendlichen immer vom Tisch gewischt. Hätte man im Hause Graffe und im Stadrat unsere Mahnungen und Forderungen schon vor Jahren beachtet, dann wären diese entsetzlichen Überfälle vielleicht vermeidbar gewesen.“

we.

Quelle: tz

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