Bezirksparteitag der CSU: Zurück in die Zukunft

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Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (links) löst Otmar Bernhard als Münchner CSU-Chef ab.

München - Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle ist neuer Vorsitzender des CSU-Bezirksverbandes München. Spaenle, der ohne Gegenkandidat antrat, erhielt auf einem Parteitag am Montag 93,2 Prozent der Stimmen.

Die Vergangenheit ist vorüber, jetzt soll die Zukunft beginnen: Auf ihrem Bezirksparteitag gestern im Hofbräukeller startete die Münchner CSU in eine neue Zeit. Nach sieben Jahren tritt der Vorsitzende Otmar Bernhard (64) als Sanierer ab, dafür wurde Kultusminister Ludwig Spaenle (50) als Angreifer für die Kommunalwahl 2014 gewählt - mit 93 Prozent der Stimmen. Mit einem leichten Dämpfer rückte OB-Kandidat Josef Schmid (41) als Stellvertreter nach.

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Kommt die CSU so aus ihrem Tief in der Stadt? Bei der Kommunalwahl 2008 hatte die Partei mit 28 Prozent noch eine historische Pleite erlebt. Der neue Parteichef Spaenle wollte an seiner – nicht nur politischen – Schwergewichtigkeit keinen Zweifel lassen. „Ludwig Spaenle, geboren 1961, 104 Kilo“, stellte er sich den Delegierten vor. „Mit abnehmender Tendenz.“

Dann polterte er los wie seinerzeit der junge Franz Josef Strauß: „Die Ära Christian Ude ist schon jetzt Geschichte.“ Am liebsten würde er ihm nur noch „Geburtstagskarten nach Mykonos“ schicken. Die CSU will in die Zukunft – ein wenig zurück zu FJS, aber in die Zukunft.

Der Vergangenheit widmete sich Otmar Bernhard: „Wir waren 2004 in einer tiefen Krise.“ Damals lag die Partei nach der Wahlfälscher-Affäre und dem Rücktritt der Strauß-Tochter Monika Hohlmeier in Trümmern – Misstrauen der eigenen Mitglieder, Verachtung von den Wählern, Schulden noch und nöcher. „Nach sieben Jahren kann ich ein geordnetes Haus übergeben“, sagte Bernhard. Die Delegierten dankten es ihm mit zwei Minuten Applaus und wählten ihn zum Ehrenvorsitzenden..

Auch inhaltlich habe er die Arbeit vorangetrieben: Zuletzt habe man sich intensiv der Wohnungspolitik gewidmet – dem „Top- Thema für die Landeshauptstadt in den nächsten Jahrzehnten“. Bei der Integration will man sich als liberale Großstadtpartei präsentieren. Zweite Stammstrecke und Südring müssten endlich kommen. MinisterpräsidentHorst Seehofer lobte die „ruhige und friedensstiftende Art“ – auch zwischenmenschlich. Seehofer persönlich war es, der Bernhard nach der Landtagswahl 2008 nach nur einem Jahr als Umweltminister absägte. Auch die anderen Personalentscheidungen der CSU seien „sehr, sehr richtig“:  Der neue Bezirksvorsitzende Spaenle sei ein „Leistungsträger im Kabinett“. Und OB-Kandidat Schmid sei ein erstklassiger Bewerber, sagte der Ministerpräsident. „Wir sollten da uns nicht ständig Selbstzweifel einreden lassen.“

Manch einen Delegierten hat er damit nicht erreicht: Bei seiner Wahl zum Partei-Vize kam Schmid auf 86 Prozent der Stimmen. Das ist zwar wesentlich mehr als die anderen Stellvertreter Elisabeth Schmucker (61 Prozent), Ursula Sabathil (65 Prozent) und Georg Eisenreich (82 Prozent), aber auch deutlich weniger als Spaenle. Schmid selbst sprach von einem „guten“ Ergebnis: „Gemeinsam pack ma’s. Auf ins Jahr 2014!"

David Constanzo 

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