So sparen Sie Energie!

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Experte fürs Energiesparen: Bernd A. Brendel ist Berater beim Verbraucherservice Bayern

München - Umweltschutz, mehr Urlaubsgeld, ein gutes Gefühl – Energie zu sparen hat viele Vorteile. Wir zeigen Ihnen hier den Verbrauchscheck, der Hausbesitzer und Mieter entlasten kann.

 Angesichts steigender Energiekosten wird das Sparen immer interessanter. Schwierig ist aber, wie so oft, der erste Schritt. Wo anfangen? Niemand muss gleich liebgewonnene Hobbys aufgeben und beispielsweise das geliebte, aber eben auch stromfressende Aquarium abschaffen. Besser, man macht einen Energiecheck, um so zu sehen, wo überhaupt Einsparpotenziale liegen. Diplomingenieur und Architekt Bernd A. Brendel (52) arbeitet in Neufahrn als Energieberater für den Verbraucherservice Bayern. Er erklärt, warum es sich nicht nur für Hausbesitzer, sondern auch für Mieter lohnt, ihren Energieverbrauch mal genauer unter die Lupe zu nehmen:

Für Hausbesitzer ist es oft schon sehr aufschlussreich, zu sehen, wo sie mit ihrem Verbrauch im Vergleich zum Durchschnitt liegen. Zum Beispiel beim Strom. „Ein normaler Vier- bis Fünf-Personen-Haushalt verbraucht zwischen 4000 und 4500 Kilowattstunden pro Jahr, das sind in etwa 1000 Euro pro Jahr. Liegt man darüber, lohnt es sich, zu ergründen, warum“, sagt Brendel. Sind Boiler die Stromfresser, eine ineffiziente Wärmepumpe oder auch ein uralter Kühlschrank?

Ein moderner Kühlschrank mit der Energieklasse A+++ verbraucht 70 bis 80 Prozent weniger Strom als ein 20 Jahre altes Gerät. Gibt es Energiesparlampen, stehen die Heizkörper frei oder sind sie von Möbeln oder einem dicken Vorhang verdeckt, sodass statt des Raumes die Hauswand beheizt wird? Sind die Elektrogeräte ständig im Standby-Modus, stecken die Ladegeräte für Handy und Laptop immer in der Steckdose, auch wenn gerade gar kein Gerät geladen wird? „Zudem sollte man sich auch immer vor Augen führen, dass die Kosten von Strom etwa drei Mal so hoch liegen wie die von Gas und Öl“, sagt Brendel.

Viel Energie spart, wer in einem gut gedämmten Haus lebt. „Hier liegt der Stromverbrauch bei 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr“, sagt Brendel. Bei einem unsanierten und ungedämmten Haus aus den 70er-Jahren dagegen sind es oft 200 Kilowattstunden. „Allein durch eine vernünftige Dämmung und Haustechnik lassen sich bis zu 70 Prozent einsparen, und diese Maßnahmen machen sich in weit weniger als 20 Jahren bezahlt.“

Auch Mieter können sparen, sagt Brendel. „Ich habe ausgerechnet, dass ein Modell-Haushalt mit drei Personen, der in einer 75-Quadratmeter-Wohnung lebt und pro Jahr 1500 Euro für Strom und Heizung bezahlt, diesen Betrag um bis zu 350 Euro reduzieren könnte.“ Und zwar durch ein Paket verschiedenster Maßnahmen. Ein wichtiger Punkt ist das Lüften: Wer die Fenster ständig gekippt hält, braucht mehr Heizenergie, weil die Räume auskühlen. Besser ist Stoßlüften mehrmals am Tag. Und den Heizkörper nicht ständig auf volle Pulle drehen – jedes Grad niedrigere Raumtemperatur spart sechs Prozent Energie.

Mehr Informationen zum Energiecheck gibt es beim Verbraucherservice Bayern im Internet unter www.verbraucherservice-bayern.de, dort können Sie nachsehen, wo Sie in Ihrer Nähe eine Beratungsstelle ­erreichen. Die Zweigstelle München (muenchen@­verbraucherservice-bayern.de) hat die Nummer 089/59 62 78, der Verbraucherservice Neufahrn (verbraucher@neufahrn.de) ist erreichbar unter Telefon 08156/6 07 48.

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