Essen, Kleidung, Reparaturen

Kleiner Geldbeutel? Hier können Sie in München sparen

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Auch in München gibt es Foodsharing.

München - 260.000 Münchner sind arm oder von Armut bedroht - und das in einer Großstadt, die alles andere als günstig ist. Nun hat die Stadt eine Broschüre mit Spar-Tipps heraus gegeben. Lesen Sie hier einige Tipps.

München wird von Tag zu Tag teurer. Mieten und Lebenshaltungskosten steigen, gleichzeitig verzeichnet die Stadt ein stetig wachsendes Heer von Menschen, die arm oder von Armut gefährdet sind. 260.000 Menschen sind betroffen – Alleinerziehende, Familien mit Kindern, Langzeitarbeitslose oder Senioren mit magerer Rente. 

Für diese Bürger hat die Stadt jetzt zum zweiten Mal eine Broschüre zusammengestellt, in der man sich Spar-Tipps holen kann. Sie heißt „Günstiger Leben in München“, man bekommt sie kostenlos in der Stadtinformation im Rathaus, in den Sozialbürgerhäusern, den Stadtteilbibliotheken und den Alten- und Servicezentren. Die tz hat einige Tipps ausgewählt, mit denen jeder sparen kann:

1. Kaufen/Tauschen

Es muss nicht immer neu sein … Manchmal kann man auch Gebrauchtes gut und günstig erstehen. Neben einer Fülle von Second-Hand-Shops und Flohmärkten gibt es auch nichtkommerzielle Gebrauchtwarenhäuser wie das der Stadt in der Peter-Anders-Straße 11 in Pasing (Di. bis Fr. 10-18 Uhr, Sa. 9-14 Uhr). Mehr Infos im Internet: www.halle2-muenchen.de.

Der Weiße Rabe (www.weisser-rabe.de) ist in der Landsberger Straße 146 und in der Bavariastraße 30-36 vertreten, jeweils Mo. bis Fr. von 10-18 und Samstag 10-15 Uhr.

Im Anderwerk Möbelhaus (Hamburger Straße 32, Moosach) kann man sich preiswert einrichten (Mo. bis Do. 8-16.30 Uhr, Fr. 8-13 Uhr, www.anderwerk.de).

Eine Alternative zum Kaufen ist Tauschen, etwa beim Tauschnetz München (Tel. 089/53295613, www.lets-muenchen.de). Unter www.awm-muenchen.de/leihlexikon kann man Läden suchen, die Geräte etc. verleihen, die man nur ab und zu braucht.

2. Selber machen und Reparieren

Man muss nicht immer eine neue Waschmaschine kaufen, wenn die alte kaputt ist – und Reparieren muss nicht teuer sein: Unter www.awm-muenchen.de/reparaturführer findet man entsprechende Betriebe.

Oder man holt sich Hilfe zum Selber machen unter: www.reparatur-initiativen.de. Im Haus der Eigenarbeit (Wörthstraße 42, Haidhausen, Di. bis Fr. 15 bis 21 Uhr, Sa. 13 bis 18 Uhr) kann man nicht nur Werkzeug leihen. Einen Werkraum, Kurse und Beratung gibt es dort auch. Infos unter www.hei-muenchen.de oder Telefon 089/4480623.

Kostengünstige Fahrradreparaturen gibt es bei der Werkstatt der Obdachlosenintitiatve BISS (www.dynamo-muenchen.de, Tel. 089/448 7200, Haager Straße 11, Berg am Laim, Di.-Fr. 9 bis 13 und 14-18.30 Uhr und Fritz-Winter-Straße, Schwabing, Sa., Mo., Di. 9-14 Uhr und Do., Fr. 14-19 Uhr.

Der Verein Bikekitchen organisiert einmal im Monat ein Radl-Reparaturcafé. Infos gibt’s im Internet unter www.bikekitchen.de.

3. Günstig essen

Einige Bäckereien wie die Hofpfisterei verkaufen frisches Brot und andere Backwaren in der letzten Stunde vor Ladenschluss zu stark reduzierten Preisen. Oft bekommt man auch gute Ware vom Vortag zum halben Preis. An vielen Obst- und Gemüseständen wird ebenfalls Ware vom Vortag günstig abgegeben, einfach nachfragen! Das Portal www.foodsharing.de vermittelt Lebensmittel von Menschen, die diese übrig haben.

Im Eine-Welt-Haus (Schwanthalerstraße 80, Mo-So. 9-22 Uhr) gibt es einen Fair-Teiler – einen Kühlschrank und ein Regal, wo man ebenfalls unbenötigte Lebensmittel für andere deponieren kann. Ein zweiter Fair-Teiler befindet sich ist im Jugendinformationszentrum JIZ, Sendlinger Straße 7 (Mo. bis Fr. 13 - 17.30 Uhr und Sa. 12 - 15.30 Uhr). Im Krautgarten kann man zur Selbsternte Gemüse anbauen, die Parzellen werden für 75 Euro jedes Jahr neu vergeben, Anmeldung bis 31. Dezember im Netz unter www.stadtgueter-muenchen.de oder Tel. 089/93939414.

4. Kunst und Sport

Von den 60 Museen in München sind 16 Häuser kostenlos, etwa das Geologische Museum in der Luisenstraße 37 oder die Rathaus-Galerie. In 14 weiteren kostet der Eintritt am Sonntag nur einen Euro, etwa in den Pinakotheken. Mehr Details gibt’s im Internet unter www.museen-in-muenchen.de

Im Gasteig gibt es beinahe täglich ein kostenloses Konzert, eine Lesung, Vorträge oder Ausstellungen (www.gasteig.de). Die Münchner Philharmoniker veranstalten mehrmals jährlich öffentliche Generalproben. Karten für rund 10 Euro gibt es bei München Ticket.

Wer sich gratis fit halten will: In den Parks gibt es 18 Fitness-Anlagen, etwa in Untergiesing in der Isarau nördlich der Candidstraße. Von Mai bis Ende September gibt es im ­Luitpold-, West- Ost- und Riemer Park jeden Abend eine Gymnastikstunde. Infos unter www.sport-muenchen.de.

5. Geburtstagskinder

Nicht nur Kinder, auch Erwachsene können sich in München beschenken lassen. So bekommt man nach Vorlage des Personalausweises in den Bädern der Stadtwerke (ausgenommen die Saunen) freien Eintritt an seinem Jubeltag. Das gleiche gilt für den Olympiaturm, wo die Auffahrt mit Aufzug gratis ist. Auch in der Bavaria-Filmstadt kann man sich am Ehrentag umsonst umschauen. Gleiches gilt für den Tierpark Hellabrunn. Wer mit seinen Kindern einen großen Geburtstag mit Spielgeräten feiern will: Das Referat für Bildung und Sport verleiht diese Sachen. Infos unter www.sport-muenchen.de oder unter der Münchner Telefonnummer 4448828715.

tz-Stichwort: München-Pass und Familienpass

Wer in München Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB XII, SGBII oder Wohngeld und Kinderzuschlag bekommt oder Asylbewerber ist, kann sich einen München-Pass besorgen – für ermäßigte Eintrittspreise in den Bädern, bei der Volkshochschule, im Tierpark und im MVV. Infos im Netz unter www.muenchen.de/muenchen-pass. Mit dem Familienpass (kostet 6 Euro) bekommt man mit bis zu vier Kindern ebenfalls Gutscheine und Ermäßigungen. Familien mit mehr als vier Kindern erhalten den Pass kostenlos. Infos unter www.muenchen.de/familienpass.

So sah München Anfang der 70er-Jahre aus

München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
11 Uhr auf dem Marienplatz ist Zeit fürs Glockenspiel – keine Absperrung, keine Schnur, kein Gitter, kein Zaun trennte die Touristen unter dem Neuen Rathaus von der 30 Meter tiefen Baugrube des U- und S-Bahnhofes. Wie durch ein Wunder ist niemand hineingefallen, obwohl alle eine Viertelstunde lang nur nach oben blickten. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Die Baustelle auf dem Marienplatz. © Heinz Gebhardt
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Unter dem Marienplatz, noch ohne Zwischengeschoss: Eine Mega-Halle. © Heinz Gebhardt
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Ein Blick auf den Marienplatz. Bessergesagt Mariengrube. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Offene Baugrube von Schwabing zum Odeonsplatz: Die Straßenbahn fuhr auf riesigen Stahlträgern über das U-Bahn-Bauloch von der Münchner Freiheit bis zum Odeonsplatz, Autos durften mal links, mal rechts, mal gar nicht dahinschleichen und Fußgänger suchten sich selbst irgendeinen Wanderweg durch das Baumaschinenparadies. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Ohne Promis und Medienspektakel, dafür mit 1500 Dackeln und lustigen Münchnern feierte Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel das Ende der Baugrubenzeit und die Eröffnung der Fußgängerzone. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Das erste moderne Hochhaus Münchens steht längst unter Denkmalschutz: 1974 begann der Bau des 113 Meter hohen Hypo-Towers. Ein Höhepunkt! © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Pünktlich zu Olympia wurde der 99,5 Meter hohe BMW-Vierzylinder fertiggestellt – hier ein Foto aus der Bauzeit. Während der Spiele musste er auf seinen Namen verzichten: Das BMW-Logo wurde abmontiert, weil die Olympiaveranstalter keine kostenlose Werbung duldeten … © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Das kurioseste Bauwunder um 1970 war die Stachusbrücke, eine gewaltige Holzbrücke von der Bayerstraße zum Karlstor. Sie war der einzige Weg, um von einer Seite auf die andere zu kommen – und das zudem nur für Menschen, die gut zu Fuß waren. Für ältere Menschen, Behinderte und Kinderwagen: keine Chance! Bei Schneefall gesperrt, schlitterten und purzelten im Winter trotzdem alle hinüber und herunter. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Entweder ­wurden Absperrungen ignoriert und man schlüpfte durch jede sich bietende Baulücke, oder man setzte vorsichtshalber doch mal einen Bauhelm auf und spazierte einfach durch die Betonröhren. Die Münchner wussten sich halt zu helfen … © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Auf dem ehemaligen Flughafen Oberwiesenfeld entstanden Olympiastadion und Olympiahalle. © Heinz Gebhardt
München U-Bahn-Bau S-Bahn-Bau 70er Jahre
Die Schuttberge drumherum mit den Trümmern des Zweiten Weltkriegs wurden begrünt und zum Erholungsgebiet Olympiapark. © Heinz Gebhardt

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