Allerheiligen: tz zeigt ihre Ruhestätten

Ein Spaziergang zu den Münchner Promi-Gräbern

München - Auch auf Münchens Friedhöfen herrscht eine hohe Promi-Dichte. Zu Allerheiligen die tz einen exklusiven Spaziergang zu den Gräbern von Hans und Sophie Scholl, Jopie Heesters, Rudolph Moshammer & Co.

Sie waren mutige Widerstandskämpfer, erfolgreiche Künstler oder schillernde Persönlichkeiten: Auch auf Münchens Friedhöfen herrscht eine hohe Promi-Dichte. Zu Allerheiligen macht tz-Fotograf und Autor Heinz Gebhardt einen exklusiven Spaziergang zu den Gräbern von Hans und Sophie Scholl, Jopie Heesters, Rudolph Moshammer & Co.

Waldfriedhof

Das Grab von August Schichtl

Für einen Spaziergang auf dem Waldfriedhof braucht man Kondition: Er ist mit 161 Hektar Münchens größter und Deutschlands zweitgrößter Friedhof mit zwei Haupteingängen. In den Alten Teil kommt man über die Fürstenrieder Straße, in den Neuen Teil über den Lorettoplatz.

August Schichtl (1851-1911), Schausteller, 30-7-1 Alfons Goppel (1905-1991), Ministerpräsident, 38-W-46 Heidi Brühl (1942-1991), Schauspielerin, 142e-UW-31 Michael Ende (1929-1995), Schriftsteller, 212-W-3 Werner Heisenberg (1901-1940), Physik-Nobelpreisträger, 163-W-29 Paul Heyse (1830-1940), Literatur-Nobelpreisträger, 43-W-27 Lena Christ (1881-1920), Schriftstellerin, 44-3-1 Franz Stuck (1863-1928), Maler, 95-W-16 Paul Verhoeven (1901-1975), Regisseur, 95-W-3 Frank Wedekind (1864-1918), Schriftsteller, 17-W-88 Leni Riefenstahl (1902-2003), Regisseurin, 509-W-4

Alter Südfriedhof

Die Ruhestätte von Carl Spitzweg

Auf dem Alten Südfriedhof in der Thalkirchnerstraße macht man eine Reise in die Münchner Stadtgeschichte: Die meisten Promis aus der Königlich Bayerischen Resisdenzstadt sind hier begraben u nd man liest auf Schritt und Tritt Namen auf den Grabsteinen, denen man auch auf Straßenschildern in der Stadt begegnet.

Carl Spitzweg (1808-1885), Maler, 5-17-10 Ludwig von Schwanthaler (1802-1848), Bildhauer, Neue Arkaden-1 Helene Sedlmayr (1813-1998), Schöne Münchnerin, 38-3-25 Ferdinand von Miller (1813-1887), Erzgießer der Bavaria, Mauer-rechts-79 Ignaz Perner (1796-1867), Gründer des Tierschutzvereins, 37-3-34 Joseph Fraunhofer (1787-1826), Optiker, Astronom, Alte Arkaden-12 Leo von Klenze (1784-1864), Architekt, Neue Arkaden-171 Max von Pettenkofer (1818-1901), Hygieniker, 1-1-33 Adele Spitzeder (1832-1895), Bankerin, Hochstaplerin, 18-14-26 Luigi Tambosi (1768-1832), Kaffehausbesitzer, 23-13-15

Ostfriedhof

Das unübersehbare „Mosi-Mausoleum“

Das bekannteste Grab auf dem Ostfriedhof am St. Martinsplatz ist heute das von der Aussegnungshalle aus unübersehbare „Mosi-Mausoleum“, in dem Modezar Rudolph Moshammer und seine Mama Else die letzte Ruhe gefunden haben.

Rudolf Moshammer (1940-2005), Modedesigner, 60-M-7 Thomas Wimmer (1887-1964), Oberbügermeister, 61-1-2 Rex Gildo (1936-1999), Schlagersänger, 122-1-21 Hans Steyrer (1849-1906), Wiesnwirt, 46-5-12 Erni Singerl (1921-2005), Schauspielerin, 56-11-3 Rupert Stöckl (1928-1999), Maler, 154-5-22 Georg Brauchle (1915-1968), Bürgermeister, 46-9-1 Peter Kreuder (1905-1981), Komponist, 55-19-2 Karl Scharnagl (1881-1963), Oberbürgermeister, 154-5-22 Rudi Brunnenmeier (1941-2003), Fußballspieler 1860, 36-2-63

Friedhof am Perlacher Forst

Das Grab der Geschwister Scholl

Ein Spaziergang auf dem Friedhof am Perlacher Forst ist immer ein Spaziergang in Deutschlands schrecklichste Vergangenheit: Immer mit weißen Rosen geschmückt und von vielen besucht liegen im Gräberfeld 73 die im benachbarten Gefängnis Stadelheim hingerichteten Mitglieder der „Weißen Rose“. Aber auch viele KZ-Opfer haben hier ihre letzte Ruhe gefunden.

Sophie Scholl (1921-1943), Widerstandskämpferin, 73-1-18 Hans Scholl (1918-1943), Widerstandskämpfer, 73-1-18 Christoph Probst (1919-1943), Widerstandskämpfer 73-1-18 Alexander Schmorell (1917-1943), Widerstandskämpfer) 76-1-26 Wilhelm Hoegner (1887-1980), Ministerpräsident, 7-A-56 Astrid Varnay (1918-2006), Opernsängerin, 54-Urnenwand-5-170

Bogenhauser Friedhof

Münchens schönster Friedhof ist auch Münchens kleinster Friedhof: Rund um die spätbarocke St. Georgs-Kirche am Bogenhauser Kirchplatz 2 liegen auch die meisten Promigräber.

Friedrich Meyer / „Bert Oltmann“ (1915-1993), Komponist, 1-6-6 Liesl Karlstadt (1882-1960), Volksschauspielerin, Mauer-links-5 Rainer Werner Fassbinder (1945-1982), Regisseur, 1-4-2 Monti Lüftner (1931-2009), Musikmanager, 1-1-1 Walter Sedlmayr (1926-1990), Schauspieler, Mauer-links-48 Helmut Fischer (1926-1997), Schauspieler, 2-4-2 Erich Kästner (1899-1974), Schriftsteller, Mauer-rechts-4 Max Dietl (1914-1991), Schneider, 1-6-1 Otto Seemüller (1911-1987), Bürgermeister, 1-7-1 Oskar Maria Graf (1894-1967), Schriftsteller, Mauer-links-42 Hans Knappertsbusch (1888-1965), Dirigent, Mauer-links-53 Siegfried Lowitz (1914-1999), Schauspieler, 3-3-73 Annette Kolb (1870-1967), Schriftstellerin, Mauer-rechts-10 Josef Schörghuber (1920-1995), Unternehmer, 3-3-74 Hans Schweikart (1895-1975), Regisseur, 1-7-2

Nordfriedhof

Das Grab von Johannes Heesters

Wenn man am Nordfriedhof in der Ungererstraße 130 von der Aussegnungshalle aus über die große Wiese blickt, sieht man im linken Eck eine kleine rondell-artige Grabstätte – und wenn man davor steht und durch das schmiedeeiserne Türchen schaut, sieht man die Büste eines „alten Bekannten“: Jopie Heesters liegt hier mit seinen unschlagbaren 108 Jahren und 19 Tagen als zweitältester Mann Deutschlands begraben.

Johannes Heesters (1903-2011), Schauspieler, Sänger, 56-1-1 Beppo Brehm (1905-1990), Schauspieler, 125-1-33 Sammy Drechsel (1925-1986) Kaberettist, Mauer-rechts-244 Bally Prell (1922-1982), Volkssängerin, 2-3-5 Günter Kaufmann (1947-2012), Schauspieler, Urnengrab A Wolfgang Koeppen ( 1906-1996), Schriftsteller, 118-2-1 Georg Marischka (1922-1999), Regisseur, 115-Urnengrab 2-18 Peter Pasetti (1916-1996), Schauspieler, 114-1-36 Gislinde Skroblin (1944-1998), Primaballerina, 171-Urnengrab A-41

Wie findet man ein Promi-Grab?

Die Grabnummer setzt sich in der Regel aus einer Kombination von drei Zahlen- oder Buchstaben zusammen: Die erste Zahl ist immer das Gräberfeld, das an den Friedhofseingängen im Lageplan einzusehen ist. Die zweite Zahl zeigt die Lage im Gräberfeld: Eine „1“ bedeutet erste Reihe vom Weg aus gesehen, eine „3“ die dritte Reihe. Der Buchstabe „M“ bedeutet, dass das Grab an einer Mauer liegt. „U“, dass das Grab eine Urnenanlage ist. Die dritte Zahl beschreibt das wievielte Grab es von links ist.

Rubriklistenbild: © Heinz Gehbardt / dpa

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