Vereine schweigen zu den Vorfällen

SPD fordert: Notfall-Plan gegen die Fan-Krawalle

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Im Stadion, vorm Stadion und am Viktualienmarkt sorgten die Fans für Krawalle.

München - Nach den Ausschreitungen beim Viertligaspiel FC Bayern II gegen TSV 1860 II fordert die SPD nun einen Notfall-Plan, um solche Krawalle in Zukunft zu verhindern.

Der Rathaus-SPD wird es zu bunt: Wieder einmal haben Ultras der beiden großen Münchner Vereine FC Bayern München und TSV 1860 München die City in eine einzige Krawall-Zone verwandelt. Jetzt fordern die Stadtpolitiker Konsequenzen.

Die Fans zündeten am Viktualienmarkt bengalische Feuer.

Zunächst hatten Hunderte von Bayern-Fans am Dienstag voriger Woche vor dem Viertligaspiel am Abend im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße den Viktualienmarkt gestürmt. „Wir alle hatten riesige Angst“, berichtet die Sprecherin der Marktleute, Elke Fett. Die Ultras entzündeten bengalische Feuer, schrien und rannten einfach zwischen den Ständen hindurch weiter. „Die Feuerwerkskörper haben mir ein Loch in den Stand gebrannt. Ganz zu schweigen davon, dass die Abgase und Funken Lebensmittel unbrauchbar machen“, so Fett. Außerdem blieb eine Menge Scherben auf dem Markt zurück. Fett: „Niemand hat uns gewarnt und niemand hat uns beschützt.“ Auch vor und im Stadion gab es Gerangel, die Polizei konnte die Fangruppen nur mit einem Großaufgebot auseinander halten.

Nicht gefallen lassen, "dass eine kleine Minderheit von Fußball-Hooligans sich so aufführt"

Die Polizei musste mehrfach durchgreifen.

Jetzt fordert die SPD-Fraktion im Münchner Rathaus: Stadt und Polizei sollen mit den beiden Fußballvereinen sowie den Münchner Fanprojekten ein Konzept entwickeln, wie solche Ausschreitungen in Zukunft – insbesondere auf dem Viktualienmark – verhindert werden können. SPD-Fraktionschef Alexander Reissl sagt: „Eine Stadtgesellschaft darf sich nicht gefallen lassen, dass eine kleine Minderheit von Fußball-Hooligans sich so aufführt.“ Stadtrats-Kollegin Ulrike Boesser fügt hinzu: „Man kann nicht einfach darüber hinwegsehen, wenn eine kleine Gruppe Ultras immer wieder Unfrieden stiftet.“ Das KVR denkt schon über Stadionverbote oder Betretungsverbote für den Viktualienmarkt für nach. Auch das bayerische Innenministerium prüft neue Maßnahmen.

Die Münchner Polizei tut sich immer schwerer, die Derby-Krawalle in Zaum zu halten. Pressesprecher Thomas Baumann: „Uns irritiert die Entwicklung auch, es wird von Spiel zu Spiel immer schwieriger, die Lage unter Kontrolle zu halten. Wir hatten zehn Einsatzzüge vor Ort – für ein Viertligaspiel!“

Und was sagen die Vereine sowie die Fanprojekte zu den Krawallen? Dort war am Montagnachmittag niemand dazu in der Lage, Auskunft zu geben – eine geschlagene Woche nach den Krawallen …

J. Welte

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