SPD: Jetzt offiziell vier OB-Kandidaten

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Dieter Reiter

München - Kaum hat sich mit Wirtschaftsreferent Dieter Reiter bei der SPD der erste Bewerber um die OB-Kandidatur 2014 aus der (ohnehin kaum vorhandenen) Deckung gewagt, folgen die Aspiranten Nummer zwei bis vier auf dem Fuße.

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Ganz offiziell nannte der Münchner Parteichef Hans-Ulrich Pfaffmann am Montag Alexander Reissl, Chef der Rathaus-SPD, Sozialreferentin Brigitte Meier – und sich selbst: „Das ist unser Personaltableau.“ Alle seien bereit, geeignet und hätten „die Sozialdemokratie im Herzen“, so der Obergenosse.

Hans-Ulrich Pfaffmann

Pfaffmann sieht sich offenbar von der Dynamik, die sich in der Kandidatenfrage durch Reiters Bekenntnis entwickelt hat, überrumpelt und beeilt sich nun, das Heft wieder in die Hand zu nehmen: „Der Vorstand hat eine Führungsaufgabe, und die nehme ich ernst.“ In einem eilig einberufenen Pressegespräch skizzierte er, wie die Zeit vor der Festlegung auf einen Bewerber – oder eine Bewerberin – den Regularien nach ablaufen sollte. Am Ende stehe idealerweise „eine einvernehmliche Lösung.“

Brigitte Meier

Direkte Vorwürfe macht der SPD-Chef dem vorgepreschten Reiter nicht. Seine Aussagen in den Medien seien korrekt gewesen, er habe auf die anderen möglichen Kandidaten verwiesen. Die wurden auch von OB Christian Ude, dessen Nachfolge eine(r) aus dem Quartett antreten soll, schon öfter genannt.Der Wirtschaftsreferent habe auch unterstrichen, dass die Partei die letzte Entscheidung treffe, so Pfaffmann. „Dem Rat und Vorschlag“ Udes komme sehr viel Gewicht zu.

„Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Persönlichkeit die beste Lösung für München ist“, so Pfaffmann. Zu beachten seien auch die Landtags- und Bundestagswahlen, die 2013 stattfinden. Ob er selbst wieder für den Landtag kandidiert (dort sitzt er seit 1998), wollte der Politiker nicht sagen.

Alexander Reissl

Wird Ende des Jahres, wenn „die Eindrücke der Basis gesammelt sind“, eine Mitgliederbefragung durchgeführt? Das ist noch nicht raus. Ebenso unklar ist die praktische Umsetzung von Pfaffmanns Vorgabe, die Kandidaten sollten sich und ihre politischen Inhalte bei der Basis vorstellen – ein „Wettrennen“ werde er aber nicht zulassen: „Es geht nicht um persönliche Karrierefragen und Profilierungskampagnen.“ Anfang 2012 schlägt der Vorstand einem Parteitag den Kandidaten oder die Kandidatin vor. Nominiert werden kann er frühestens 18 Monate vor dem Wahltermin im Frühjahr 2014.

Barbara Wimmer

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