Fischer: Dübel verwechselt

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Das Fischer-Plakat mit dem falschen Dübel (der untere Teil des Plakates - siehe unten).

München - Irgendwie klappt bei der SPD derzeit gar nichts: Da jagt ein mieses Umfrage-Ergebnis das nächste.

 Als die SPD zur Wahlkampf-Offensive blasen will, lässt sich Gesundheitsministerin Ulla Schmidt im Spanienurlaub den Dienstwagen klauen. Und jetzt hat der Münchner Bundestagskandidat Roland Fischer (48) Ärger mit Herrn Steinmaier – wegen eines falschen Dübels.

Der untere Teil des Plakats.

Volker Steinmaier ist Sprecher des baden-württembergischen Dübel-Herstellers Fischer. Da er sich Süddeutsch mit „a“ schreibt, versteht sich von selbst, dass er nichts mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier zu tun hat. Doch auch sonst will Steinmaier nicht mit der Werbekampagne des Münchner Bundestagskandidaten Fischer in Verbindung gebracht werden. Der hatte nämlich im Münchner Westen und in der Stadtmitte auf rot plakatieren lassen: „Hält, was er verspricht.“

Jetzt will Roland Fischer 20.000 echte Fischer-Dübel verschenken – auf eigene Kosten und jene seiner Partei.

Nicht genug, dass er sich damit eines Werbeslogans des schwäbischen Dübel-Multis bedient hat, dazu wird noch ein Dübel abgebildet, natürlich nicht zufällig. „Wir wollten auf die bekannten Fischer-Dübel anspielen“, so der gelernte fränkische Verwaltungsbeamte und Gewerkschaftsfunktionär, der hofft, seinem CSU -Kontrahenten Hans-Peter Uhl das Direktmandat im Münchner Westen zu entreißen. Das Plakat sei nur eines einer ganzen Plakat-Serie aus Handwerker-Motiven, mit denen er für bodenständige und ehrliche Politik werben will. Dass das Fischersche Dübel-Plakat von einem Billig-Imitat der echten Fischer-Dübel geziert wird, rief den Sprecher des echten Dübel-Herstellers Volker Steinmaier auf den Plan.

Er schrieb an die tz, um sich vom falschen Dübel zu distanzieren. „Fischer-Dübel halten alles, nur keine Trittbretter“, so Steinmaier. Echte Fischer-Dübel seien übrigens aus Nylon. Man könne das daran erkennen, dass sie im Wasser versinken. Man darf gespannt sein, ob dieses Schicksal Dübel-Leichtgewicht Roland Fischer bei der Bundestagswahl erspart bleibt.

Johannes Welte

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