„Wohnen ist so was von 80er“

Wegen Auftritt am Wahlsonntag: Kleinkunst-König wütet gegen Ude und Post

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Nicht gut aufeinander zu sprechen: Kleinkunst-König Till Hofmann (l.) kritisierte Christian Ude und Florian Post (r.) wegen deren schneller Forderung nach Konsequenzen in der SPD.

Die herbe Wahlschlappe der SPD wirkt nicht nur an der Parteispitze nach. Kleinkunst-König Till Hofmann attackierte Alt-OB Christian Ude und Bundestagsmitglied Florian Post wegen ihrer Reaktion auf die Hochrechnungen.

München - Facebook-Zoff zwischen Kleinkunst-König Till Hofmann (48), Alt-OB Christian Ude (70, SPD) und dem SPD-Bundestagsabgeordneten Florian Post (37)! Lustspielhaus-Chef Hofmann ärgert sich wegen des Auftritts von Ude und Post unmittelbar nach der ersten Hochrechnung am Wahlsonntag. Die beiden Genossen hatten gefordert, dass die Parteispitze Konsequenzen aus dem desaströsen Wahlergebnis ziehen solle.

Auf der Internet-Plattform kritisiert Kulturmanager Hofmann die beiden Genossen voller Ironie: „Selbstlos, diszipliniert und zur besten Sendezeit fordern die beiden Herren nach den Strapazen ihres Einsatzes Konsequenzen an der Spitze der Münchnerischsten Partei Münchens und Bayerns.“ Weiter war zu lesen: „Mehr Anstand ist nur als Slogan ein Begleiter. Nicht im echten Leben als Motto.“

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Mit Thema Wohnen schießt Hofmann gegen Ude 

Hofmann schießt insbesondere gegen Ude scharf, denn „Wohnen ist nicht das Thema in München. Langweilig. Wohnen ist so was von 80er. Die Gentrifizierung Münchens setzte naturgemäß erst nach Ude ein.“ Und weiter heißt es: „Warum sollte man als SPD Alt-Eichelsau und Soach (Eichel 7) des politischen Wattbetriebes Frau Kohnen dafür Danke sagen, dass sie Verantwortung übernommen hat. Solidarität. Dafür stehen Christian ,Catson‘ Ude und Florian ,Remoulade‘ Post.“

Auf tz-Anfrage sagte Hofmann: „Ich habe es insgesamt als seltsam empfunden, dass da keine Einigkeit herrscht. Man hatte den Eindruck, dass die nicht zusammenhalten.“ Für ihn sei das Thema nun erledigt.

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Ude verweist auf Umfragen und Wählerbefragung

Christian Ude versteht die ganze Aufregung nicht. „Wir haben monatelang Umfragen gehabt, die uns bei unter zwölf Prozent gesehen haben. Auch Verluste von über acht Prozent würden mich nicht freuen.“ Außerdem sei das Wahlergebnis selbst spätestens mit der Wählernachbefragung ab 15 Uhr einigermaßen absehbar gewesen. „So dass kein Mensch heucheln kann, das Ergebnis habe ihn überrascht und die Sprache verschlagen. Man konnte mit einer Halbierung rechnen und dem schlechtesten Ergebnis der Bundesrepublik.“

Zum Gentrifizierungs-Vorwurf sagte Ude: „Ich weiß nicht, was das soll. Ich habe niemals solch einen Unsinn behauptet, dass die Gentrifizierung erst nach mir eingetreten sei.“ Ude habe bereits „in den 80ern als Anwalt gegen Umwandlungsspekulanten und Luxussanierer“ gekämpft. Post wollte sich auf Anfrage nicht äußern: „Derartige Äußerungen kommentiere ich nicht!

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Sascha Karowski

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