Das sind die Gründe

Kreisverwaltung prüft: Bald Tempo 50 am ganzen Ring?

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Auf der Landshuter Allee gilt bereits Tempo 50 – offenbar mit positiven Effekten.

In München könnte es bald nirgends mehr schneller als Tempo 50 gehen, auch nicht am Mittleren Ring. Aus einem ganz bestimmten Grund.

München - Beim Kreisverwaltungsreferat prüft man derzeit ein Geschwindigkeitslimit für die ganze Stadt. Denn der Pilotversuch auf der der Landshuter Allee hat positive Effekte ergeben. 

Vor 60 Jahren ist in Deutschland aus Gründen der Sicherheit innerorts Tempo 50 eingeführt worden. Doch nicht alle Stadtstraßen sind beschränkt. In München gibt es außer dem Mittleren Ring noch einige andere 60er-Straßen. Bei der Diskussion über Geschwindigkeitsbegrenzungen geht es gerade in Großstädten inzwischen neben Sicherheit auch um Lärm und Schadstoffe.

München könnte da schon bald eine Einheitsregelung kriegen. Das Kreisverwaltungsreferat prüft derzeit, ob die Höchstgeschwindigkeit von allen innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen, an denen derzeit noch Tempo 60 gilt, runtergeschraubt werden kann. Auf generell 50 km/h. Denn beim Tempolimit in der Landshuter Allee wurden positive Effekte errechnet.

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Dort hatte die Stadt 2014 im Rahmen eines Pilotprojekts die Höchstgeschwindigkeit zwischen Olympiapark und Donnersbergerbrücke um zehn Stundenkilometer gedrosselt, um die Feinstaubbelastung in diesem Bereich zu reduzieren. Noch vor einem Jahr waren solch positive Auswirkungen angezweifelt worden. Der Vorschlag der Grünen, auf dem gesamten Mittleren Ring ein Limit von 50 Stundenkilometern einzuführen, scheiterte. Man hätte weder bei Lärm noch für die Umwelt was davon, argumentierte das Umweltreferat damals.

In erster Linie um Luftreinhaltung

Diese Argumentation hat sich offenbar grundlegend geändert. Bei der Prüfung im KVR geht es in erster Linie um Luftreinhaltung und die Belastung mit Stickstoffdioxid. Es werde aber auch untersucht, wie sich Tempo 50 auf Lärm und Verkehrssicherheit auswirken würde, sagte KVR-Sprecher Johannes Mayer. Und auf den Verkehrsfluss in der Stadt.

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Auf etwa 80 Prozent der Straßen in München gilt bereits Tempo 30. Daran soll auch nicht gerüttelt werden. Es geht also nur um einige wenige Hauptstraßen. Selbst auf dem Mittleren Ring kann man nicht mehr überall Gas geben. Um auch den Rest noch auf Tempo 50 reduzieren zu können, schreibt der Gesetzgeber eine sorgfältige Überprüfung vor. Das KVR fordert deshalb derzeit Unfalldaten und eine Einschätzung von der Polizei ebenso an wie Berechnungen zu Luft- und Lärmwerten vor und nach der Geschwindigkeitsreduktion. Zudem müssen Planungsreferat, Münchner Verkehrsgesellschaft und die Abteilung Verkehrssteuerung im KVR einschätzen, welche verkehrlichen Auswirkungen ein Tempolimit hätte. Dazu gehören Verkehrsverlagerungen und Ausweichverkehre, aber auch die Auswirkungen auf ÖPNV-Beschleunigungen und Grüne Wellen.

Politik wägt noch ab

Die letzte Entscheidung hat die Politik. Von SPD-Stadtrat Christian Vorländer kommt „kein generelles Ja“. Seine Fraktion werde ein solches Tempolimit für jede einzelne Straße aber durchaus ergebnisoffen prüfen. „Wo es die Sicherheit erhöht, ohne den Verkehrsfluss zu behindern, ist es zumindest zu überdenken.“

Auch die Rathaus-CSU will sich mit der Idee auseinandersetzen und mögliche Vor- und Nachteile kritisch hinterfragen. „Die wenigen Straßen in München mit der Möglichkeit von 60 km/h sind allesamt von übergeordneter Bedeutung“, sagt Evelyne Menges. Paul Bickelbacher, Verkehrsexperte der Stadtrats-Grünen, sagt: „Es wäre ein guter Schritt, gut für Sicherheit, Lärm und Umwelt.“ Zudem schnell umsetzbar und somit sofort wirksam. Überall Tempo 50 sei auch einfacher für die Autofahrer. „Es ist immer dieser Konflikt zwischen den Nomaden und den Sesshaften.“ Mit dem Tempolimit komme man den Anwohnern entgegen. Auf jeden Fall müsse dann mehr kontrolliert werden. Nach den Blitzern werde üblicherweise wieder Gas gegeben, sagt Bickelbacher. Wann der Stadtrat das Thema behandelt, steht noch nicht fest.

Carmen Ick-Dietl

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