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SPD: Rätselraten um Münchner Parteivorsitz

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Hans-Ulrich Pfaffmann leitete Christian Udes OB-Wahlkampf.
Hans-Ulrich Pfaffmann leitete Christian Udes OB-Wahlkampf. © Unfried

Eigentlich ist die Münchner SPD voll und ganz zufrieden mit der Arbeit ihres Bezirksvorsitzenden Franz Maget, der bei der Landtagswahl das Direktmandat geholt und der Partei ein Ergebnis von 18,6 Prozent beschert hat.

Vor allem die 60er-Fans sollen sich über das Ergebnis des Löwen-Vize freuen, da es den Vereinsnamen 1860 beinhaltet.

Dennoch soll Maget, so ist es bei den Münchner Sozialdemokraten zu hören, seinen Posten als Münchner SPD-Chef zugunsten des SPD-Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Pfaffmann abgeben. Mit dem nicht ganz zufriedenstellenden Wahlergebnis der Landtags-SPD soll das aber überhaupt nichts zu tun haben; möglicherweise aber mit der Frage der künftigen Nachfolge von OB Christian Ude!

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Maget selbst will über seine mögliche Nachfolge gar nichts sagen. Aber der SPD-Fraktionsvize im Rathaus, Helmut Schmid, weiß: „Der Franz will nicht mehr für den Parteivorsitz kandidieren. Er will sich auf seine Aufgabe im Landtag konzentrieren. Mit dem jetzigen Wahlergebnis hat das aber gar nichts zu tun.“ Als Nachfolger wird nun also Hans-Ulrich Pfaffmann (52) gehandelt: Krankenpfleger, Bildungsexperte im Landtag, verheiratet und Vater von fünf Kindern. Pfaffmann äußerte sich zurückhaltend über die Gerüchte seine politische Zukunft betreffend. „Wenn die Partei wünscht, dass ich den Vorsitz in München übernehme, dann stehe ich zur Verfügung.“ Ob und wann Maget zurücktritt, müsse dieser selbst entscheiden.

Pfaffmann leitete den Kommunal-Wahlkampf von OB Christian Ude, der in einem fulminanten Ergebnis für das Stadtoberhaupt mündete. Damit sind wir schon bei dem möglichen Grund, wieso Pfaffmann seinen Parteivorsitzenden beerben soll, der ja „alles richtig gemacht hat“. Pfaffmann soll in Position gebracht werden, um als Nachfolger von Ude als OB-Kandidat zu fungieren, heißt es.

Da sind derzeit aber noch zwei Genossen im Gespräch: Bürgermeisterin Christine Strobl und Rathaus-Fraktionschef Alexander Reissl. Die Bürgermeisterin weiß von einem geplanten Rücktritt Magets nichts. Was die Zahl der OB-Kandidaten betrifft, sagt sie nur: „Ich bin immer froh, wenn es mehr Namen gibt.“

Zurückhaltung in dieser Sache ist mehr als geboten. Bei der SPD kommt es nicht gut an, wenn man sich selbst positioniert. Dass Ude einmal sagte, der Bezirksvorsitzende habe einen Anspruch auf die OB-Kandidatur, sei einmal auf Maget gemünzt gewesen. Und weiter: „Christian Ude wird auf jeden Fall ein gewichtiges Wort mitzureden haben, was seine Nachfolge betrifft.“ Das wiederum könnte Reissls Chancen mindern – man sagt Reissl und Ude nicht das beste Verhältnis nach. Reissl sagt zu dem Thema nicht viel, außer: „Ich halte Herrn Pfaffmann für einen denkbaren Vorsitzenden.“

Quelle: tz

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