Zweckentfremdung von Wohnraum in München

SPD will härter gegen Touristen-Wohnungen vorgehen

München - Viele Münchner vermieten gerade zum Oktoberfest ihre Wohnung für viel Geld an Touristen und kommen in der Zwischenzeit bei Freunden oder Bekannten unter. Doch ganz legal ist das nicht. Die SPD fordert nun, entschiedener gegen Zweckentfremdung von Wohnraum vorzugehen.

Mit dem Erfolg der Community-Plattform Airbnb für die Buchung und Vermietung von Wohnungen in München ist es leichter geworden, Wohnraum für kurze Zeit an Touristen zu vermieten. Für die Vermieter ist das gut verdientes Geld. Doch oft beklagen sich Anwohner über die hohe Fluktuation, oder aber auch rücksichtsloses Verhalten von Kurzzeitmietern, die Urlaub in München machen. Rein rechtlich darf man zudem seine Wohnung eigentlich nicht als Feriendomizil oder Büro zweckentfremden. 

Die SPD-Fraktion im Münchner Stadtrat hat nun gefordert, entschiedener gegen die Zweckentfremdung von Wohnungen vorzugehen. Demnach soll das Sozialreferat eine Anlaufstelle bei der Stadt München einrichten. Einen entsprechenden Antrag haben die Sozialdemokraten im Stadtrat eingebracht. Stadträtin SPD-Beatrix Zurek sagte: "München kann sich nicht leisten, auf vorhandenen Wohnraum zu verzichten. Jedes Objekt wird benötigt."

30 Fälle von Zweckentfremdung in 2014: "Da geht noch mehr"

Die Stadtverwaltung ist bei Fällen von Zweckentfremdung unter anderem auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Doch bisher gebe es laut der SPD keinen festen Ansprechpartner bei der Stadt München. "Deshalb brauchen wir eine zentrale Anlaufstelle, bei der Beschwerden gebündelt eingehen. Diese Stelle würde auch dafür sorgen, dass die Zweckentfremdungs-Taskforce, die es im Sozialreferat ja bereits gibt, effektiver arbeiten könnte", so Zurek.

Im vergangenen Jahr seien 30 Fälle aufgedeckt worden, in denen Wohnraum zweckentfremdet wurde. Zurek sagt: "Da geht noch mehr."

rat

Rubriklistenbild: © dpa

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