Widerspruch für Stadtratspläne beim Parteitag

SPD-Zwist um Tierpark-Parkhaus

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Für den Tierpark gibt es umstrittene Parkhaus-Pläne.

München - Die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs liegt der Münchner SPD besonders am Herzen. Keinen Sinn hingegen sieht sie in einem Parkhaus am Tierpark Hellabrunn – im Gegensatz zur Münchner Stadtratsfraktion.

Auf ihrem Parteitag am Samstag verabschiedete die SPD einen 16 Seiten umfassenden Beschluss, in dem sie darlegt, wie sie sich die Entwicklung des Verkehrs in der Landeshauptstadt München vorstellt.

Keine Einigkeit mit den Genossen im Münchner Rathaus gibt es beim Thema Parkhaus am Tierpark Hellabrunn. Mit einem Neubau möchte der Zoo die oft schwierige Verkehrssituation und den Mangel an Parkplätzen an Spitzentagen beheben. Nach derzeitigem Planungsstand soll das Parkhaus auf dem jetzigen Parkplatz an der Siebenbrunner Straße entstehen. Das lehnt die Münchner SPD ab.

In einem Dringlichkeitsantrag fordert sie die Rathaus-Kollegen auf, die Planungen nicht zu unterstützen. Die Begründung: Die Anzahl an Spitzentagen rechtfertige die Kosten für ein Parkhaus nicht. Zudem würden dadurch verstärkt auch Besucher der Isarauen dazu verleitet, mit dem Auto zu kommen.

Auch die Folgen für die Umwelt seien kritisch zu sehen: der geplante Grund liege immerhin in einem Schutzgebiet. Die SPD fordert daher stattdessen eine bessere Anbindung des Tierparks durch den Öffentlichen Personenverkehr.

Fraktionschef Alexander Reissl.

Alexander Reissl, Fraktionschef der Rathausfraktion, versteht die Argumente nicht. „Besser als mit der U-Bahn kann man den Tierpark nicht anbinden“, sagte er dem Münchner Merkur. Mit solchen Beschlüssen ändere man auch das Verhalten der Menschen nicht, die eben an schönen Tagen oft aus dem Umland mit dem Auto anreisen.

Wie auch die Fraktion im Rathaus stehen die Genossen hingegen hinter der Verlängerung der U-Bahnlinie U 5 nach Pasing. Laut dem Landtagsabgeordneten Florian von Brunn sei jedoch die Einrichtung einer neuen Linie U 9 genauso wichtig: „Wir brauchen dringend eine Entlastung der U-Bahn-Linien U3 und U 6 in der Innenstadt“.

In Hinblick auf die Finanzierung mahnt der Politiker, dürfe die Verlängerung der U 5 kein Präzedenzfall werden. Die Stadt geht wie berichtet von etwa 500 Millionen Euro Gesamtkosten für die Trasse vom Laimer Platz nach Pasing aus – die sie auch ohne Zuschüsse möglichst zügig umsetzen will.

Laut Florian von Brunn müsse man Bund und Land für derartige Vorhaben generell in die Pflicht nehmen. „Nicht umsonst gibt es dafür Mittel.“

Doris Richter

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