Spektakuläre Pläne

18 neue Linien für U-Bahn und Tram - und weitere Busspuren?

München - Am Mittwoch stellt das Planungsreferat den Stadträten ein neues Konzept vor. Unter anderem beinhaltet es 18 neue Tram- und U-Bahn-Linien.

So sieht der Plan für Münchens Mobilität aus

Obiger Stadtplan zeigt, wo das Planungsreferat neue Nahverkehrslinien ziehen würde. Die Vorschläge dazu kamen von Bezirksausschüssen, Interessenvertretungen, den Parteien oder von der MVG, die gerne Kapazitäts-Engpässe beseitigen möchte. Nicht extra aufgeführt sind die Projekte des Nahverkehrsplans von 2003, die derzeit vorbereitet werden – wie die Tram nach Berg am Laim, die Tram-Westtangente oder die U-Bahnen nach Englschalking und Martinsried sowie die Verlängerung der Tram 23 nach Norden. Die Tram durch den Englischen Garten ruht.

Wie wird Münchens Verkehrsnetz mit dem stetigen Zuwachs an Einwohnern fertig? Vor allem über den Öffentlichen Nahverkehr muss man sich Gedanken machen, sollen die Straßen nicht im Verkehr ersticken. Das Rathaus fertigt dazu in regelmäßigen Abständen einen Nahverkehrsplan an. Der letzte stammt von 2003.
Am Mittwoch stellt das Planungsreferat den Stadträten ein neues Konzept vor. Unter anderem beinhaltet es 18 neue Tram- und U-Bahn-Linien. Die tz zeigt, wo künftig in der Stadt der Zug abfahren soll.

Vorfahrt für den Nahverkehr

U-Bahn: Das Planungsreferat schlägt die Verlängerung der U6 bis zur S6 in Planegg vor. Der Weiterbau bis Martinsried ist schon beschlossen. Außerdem empfiehlt die Verwaltung eine U-Bahn-Spange zwischen der U2 Am Hart und der U6 Kieferngarten als U26. Auch auf der Wunschliste: eine Isarquerung als Verlängerung der U1 vom Mangfallplatz nach Solln sowie eine Verlängerung der U3 von Moosach nach Pasing, außerdem die Verlängerung der U5 vom Laimer Platz über Pasing nach Freiham. Bislang wurde hier nur eine Tram geplant. Schon in der Vorbereitung ist die Verlängerung der U4 bis zur S8 in Englschalking.

Tram: Bestehende Linien sollen verlängert werden: die 18 bis Blumenau, die 19 zum Michaelibad, die 16/18 nach Unterföhring, die 23 zum Elisa­bethplatz, die 17 bis Klinikum Harlaching/Großhesseloher Brücke und die 21 bis Untermenzing. Auch neue Strecken sollen kommen: von Planegg bis Waldfriedhof, die mit einer neuen Südtangente bis Giesing führen würde, und von Steinhausen ins Moosfeld. Das Rathaus denkt auch über eine Tram statt des jetzigen Metrobusses 58 Hauptbahnhof-Silberhornstraße nach.

Neu wäre auch eine Tram nach Trudering mit Verlängerung nach Haar. Auch eine Linie von der Alten Messe zum Nordbad wird für sinnvoll gehalten. Diskutiert wird auch über eine neue Strecke nach Neuperlach sowie eine Spange OEZ-St. Emmeram.

Die geplante Verlängerung der Tram nach Steinhausen soll bald beginnen, die Westtangente in der Fürstenrieder Straße ist in der Pipeline, ebenso die Verlängerung der Linie 23 bis Kieferngarten und Am Hart.

S-Bahn: Der Bau der 2. Stammstrecke ist Dauerthema. Aber auch der Ausbau der S8 zum Flughafen ist im Osten geplant. BMW wünscht sich S-Bahnen auf dem parallel zum Frankfurter Ring verlaufenden Gleis-Nord­ring. In der Diskussion ist auch ein neuer Haltepunkt Berduxstraße für die S2 am Pasinger Neubaugebiet Paul-Gerhardt-Allee. Auch auf der Wunschliste: der Ausbau der Sendlinger Spange. Damit könnten S-Bahnen von Laim nach Deisenhofen fahren, die auch an einem neuen S-Bahnhof an der Menterschwaige halten würden. Für Nahverkehrszüge ist zudem ein neuer Halt an der Pocci­straße geplant.

Mehr Platz für Busse

Immer wieder stecken Bus und Tram im Stau, wenn es auf der Straße nicht mehr weitergeht. Darum wünscht sich die MVG für den Bus reservierte Spuren. Auf 10,7 Kilometer Länge nutzt der MVG-Bus derzeit schon Tramspuren, die jenseits der Fahrbahn verlaufen. Auf 11,7 Kilometer gibt es eigene, für Busse reservierte Strecken, bei denen auch die Ampeln für die MVG auf Grün schalten. Das soll ausgebaut werden. Die MVG hat 52 Streckenabschnitte ermittelt, auf denen sie eigenen Angaben zufolge mit eigenen Busspuren den Verkehr verflüssigen könnte. Zusammengenommen ergäbe sich eine Länge von 29 Kilometern: alleine 3,6 Kilometer auf Triebstraße, Moosachat Straße und Frankfurter Ring Richtung Osten sowie 2,7 Kilometer in der entgegengesetzten Richtung.

Am Isarring würde sich die MVG eine 2,1 Kilometer lange Busspur wünschen, am Föhringer Ring 1,6 Kilometer, in der Richard-Strauss- und Ludwigstraße je 1,3 Kilometer sowie in der Prinzregentenstraße 1,3 Kilometer Richtung Osten und 1,1 Kilometer Richtung Westen.

Johannes Welte

 

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