Nach der Nackerten-Aktion

Der Rote Platz von München

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So sieht der Max-Joseph-Platz vor der Staatsoper nun aus: Die Farbe geht nicht ab. Jetzt müssen Profis ran, die Staatsoper zahlt’s.

München - So spannend und spektakulär die Nackerten-Aktion rund um Oper und Odeonsplatz auch war: Die Spuren sitzen tief. Die roten Spuren.

So tief, dass München nun, Moskau lässt grüßen, einen Roten Platz besitzt. Vor dem Nationaltheater, um den ersten, nicht gerade kommunistisch veranlagten Bayern-König herum, dem sitzenden Max I. Joseph. Das Rot des Platzes, des Denkmals, der Operntreppen, der Löwen an der Feldherrnhalle, an der Residenz wird uns noch länger begleiten.

Was der US-Starfotograf Spencer Tunick für Farbe verwendete, muss man erst mal rausfinden. Fest stand im Vorfeld nur: Die Nackerten-Aktion hätte bei jedem Wetter stattgefunden, also auch bei Regengüssen. Unser Reporter Barnabas Szöcs berichtet, dass er seit Tagen an sich hinschrubbe, aber die Farbe noch immer nicht an allen Körperstellen restlos entfernt sei.

Spencer Tunick hinterlässt den "Roten Platz" von München

Spencer Tunick hinterlässt den "Roten Platz" von München

Im Regen steht nun die Bayerische Staatsoper, die der tz am Dienstag mitteilte, dass man sich mit der Bayerischen Schlösserverwaltung BSSV geeinigt habe: Die BSSV reinigt, die Staatsoper zahlt. Nach tz-Informationen sah die Schlösserverwaltung ziemlich Rot, auch, weil die Feldherrnhalle nicht zum Beturnen freigegeben war.

Eine Begehung der Tat-, pardon: Farborte fand bereits statt, um den Schaden zu begutachten. Unterwegs waren die Bauabteilung der Schlösserverwaltung, das Hochbauamt und die Residenzverwaltung. Externe Fachleute suchen nun nach Lösungen per Lösungsmitteln. Die Steinoberflächen sind schließlich unterschiedlicher Natur, so dass man kein 08/15-Putzmittel verwenden kann: „Gereinigt wird man sanften Mitteln und Tenside, Wasser und evtl. Lösungsmitteln“, teilte die BSSV mit.

Los geht’s baldmöglichst, da sich die Farbe immer stärker festsetzt. „Die Farbe ist von den saugfähigen und unterschiedlichen Steinen sehr viel schwieriger zu entfernen als vom menschlichen Körper“, heißt es. Das werden 1700 schrubbende Münchner kaum glauben können.

Übrigens: Einen roten Löwen mitten im Bayernland gab es wirklich mal, im 18. Jahrhundert – im pfalzbayerischen Wappen des Kurfürsten Karl Theodor …

Matthias Bieber

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