Sperrungen und Stau in Aussicht

Das wird jetzt rund um den Hauptbahnhof gebaut

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In der Bayerstraße wird nichts an der Fahrbahn gemacht, sondern unter der Erde.

München - Mit dem Sommer kommen die Baustellen nach München: Gleich drei Engstellen liegen zwischen Hauptbahnhof und Donnersbergerbrücke. Die tz hat sich vor Ort umgeschaut.

Jetzt kommt er wirklich der Sommer. Mit Sonnenschein, mit Biergarten-Gaudi, mir Grillduft. Und leider auch mit einem Haufen Baustellen. Denn: Im Gleichschritt mit Temperaturen steigt auch die Bautätigkeit in der Stadt. Folge: Man hat das Gefühl, dass eigentlich an jeder Ecke ein Stau ist. Dieter Glatz vom Baureferat sagt über die vielen Baustellen: „Das ist ganz normal im ­Sommer.“ Der Grund dafür ist ganz ­logisch. „Für die Asphaltierungsarbeiten braucht man einfach trockenes Wetter. Der Sommer ist mit seinen trockenen Tagen hintereinander am besten geeignet“, so Glatz.

Bei allem Ärger für die Autofahrer und die Anwohner – die Arbeiten müssen halt gemacht werden. „Baustellen sind leider immer eine Störung. Man muss da immer Kompromisse machen“, so Glatz. Wobei: Manchmal tut man sich als Autofahrer dann doch schwer mit dem Kompromisse schließen – grad, wenn’s so ausschaut wie derzeit auf der Bayer- und Landsberger Straße zwischen Hauptbahnhof und Donnersbergerbrücke. Gleich drei heftige Engstellen hintereinander!

Instandsetzung am Trappentreutunnel

Manche sind richtig wütend – aber ich verstehe das, ich stehe ja auch nicht gern im Stau", sagt Igbal Gasanov (42), der für den Brandschutz zuständig ist.

Schon länger laufen die Instandsetzungsarbeiten im Trappentreutunnel – derzeit ist die Fahrbahn dran. Tagsüber bleiben zwei Fahrspuren pro Richtung, ab 22 Uhr wird auf eine reduziert. Viele sind genervt. „Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich. Manche sind richtig wütend – aber ich verstehe das, ich stehe ja auch nicht gern im Stau“, sagt Igbal Gasanov (42), der für den Brandschutz zuständig ist. Derzeit wird der obere Asphaltbelag weggefräst. Als nächstes werden die Fugen saniert, dann kommt eine Bindeschicht. Erst danach kann man den neuen Asphalt auftragen. Das soll Mitte dieser Woche passieren. Alleine im Tunnelbereich ­müssen 850 Meter Fahrbahn saniert werden. Ein harter Job – frischer Asphalt kann über 150 Grad heiß werden!

Neuer Raldweg, neue Tram: Landsberger- und Grasserstraße

Enorme Lärmbelästigung: Die Baustelle an der Holzapfelstraße ist für die Anwohner ein ­großes Ärgernis. 

Die Baustelle an der Holzapfelstraße ist für die Anwohner ein ­großes Ärgernis. „Die Lärmbelastung ist echt enorm. Gerade in den Stoßzeiten gibt’s hier immer ein ­Hupkonzert“, sagt ­Hubert Velten (35), der direkt an der Baustelle bei einem Kleidungsvertrieb arbeitet. Für ihn wird es aber jetzt ruhiger. Der Grund: Ab Montag wird die Landsberger Straße für vier Wochen ab der Grasserstraße in Fahrtrichtung stadteinwärts gesperrt (neuer Radlweg, neue Tram-Haltestelle). Der Durchgangsverkehr wird schon an der Trappentreustraße umgeleitet. „Wir versuchen, die Sperrung so kurz wie möglich zu halten“, sagt Glatz. Ende August soll die endgültige Fertigstellung erfolgen. „Bis zur Wiesn muss alles fertig sein“, sagt Glatz.

Fugen werden in der Bayerstraße saniert

Andreas Abrell fährt jeden Tag Taxi.

Nein, hier wird eigentlich nix an der Fahrbahn ­gemacht – hier geht’s tiefer in die Erde. Die MVG saniert die Fugen zwischen den Bahnhofswänden und dem dazwischen eingespannten Bauwerksdeckel. Durch streusalzhaltiges Wasser haben die Fugen gelitten – jetzt muss saniert werden, damit kein Wasser eintritt! Das geschieht gerade nicht nur am Hauptbahnhof, sondern auch bei den ­U-Bahnstationen Ostbahnhof und Westfriedhof. Die Folge am Hauptbahnhof ist ein Nadelöhr – unter anderem mit Einbahn-Regelungen in Goethe- und Senefelderstraße sowie einer Sperrung der Bayerstraße. Taxifahrer Andreas Abrell (58) fährt hier jeden Tag: „Durch die zusätzliche Ampel wird der Verkehr schon ziemlich beeinträchtigt! Es dauert schon einige Minuten ­länger …“ Leichter wird’s wohl Mitte September.

Auch sonst ist jede Menge los: weitere Nadelöhre in der Stadt

Nicht nur rund um den Bahnhof und die Landsberger Straße wird saniert. Ab Montag müssen sich die Autofahrer auf noch mehr Baustellen einstellen. In Sendling zum Beispiel steht die Fahrbahnsanierung in der Siegenburger Straße an. Heißt: bis Ende Juli Einbahnregelung von der Westendstraße Richtung Osten bis zur Unterführung Garmischer Straße.

Die Waldfriedhofstraße wird bis Ende August in beiden Richtungen nur einspurig zu befahren sein. Die Einmündungsbereiche der Werdenfelsstraße in die Waldfriedhofstraße werden je nach Baulage gesperrt. Der Grund ist neben Straßenarbeiten auch der barrierefreie Ausbau der Bushaltestellen.

Ebenfalls barrierefrei werden auch die Bushaltestellen zwischen Candidstraße und Silberhornstraße (Giesing). Dort werden außerdem auch gleich noch die Trambahngleise und die Straße erneuert. Für die Autofahrer bedeutet das, dass die Tegernseer Landstraße ab der Einmündung Wirtstraße stadteinwärts bis Mitte September gesperrt wird – zwischen Candidstraße und Wirtstraße bleiben in Richtung stadteinwärts zwei Spuren erhalten.

Barrierefrei wird auch die Bushaltestelle in der Schleißheimer Straße südlich der Moosacher Straße. Folge: Den ganzen Juli über wird die Schleißheimer Straße ab der Kreuzug Moosacher Straße und Frankfurter Ring einspurig. In der Au werden wegen Sanierungsarbeiten im Gleisbereich bis Mitte August auf der Ohlmüllerstaße zum einen die Parkplätze am Fahrbahnrand entfallen und zum anderen in jeder Richtung nur eine Spur zu befahren sein.

Aus dem gleichen Grund wird bis Ende Juli in der Isarvorstadt die Rumfordstraße komplett gesperrt werden. Anfangs wird die Klenzestraße und die Zwingerstraße nur von der Zweibrückenstraße erreichbar, im zweiten Bauabschnitt ist die die Klenzestraße dann nur vom Reichenbachplatz aus zu erreichen.

Florian Fussek

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