"Lust am Spiel"

Sozialreferat: Mitarbeiterin veruntreut 440.000 Euro

München - Eine Mitarbeiterin des Münchner Sozialreferats hat die Veruntreuung hoher Geldsummen mit ihrer Spielleidenschaft zu erklären versucht. „Es hat einfach Spaß gemacht“, gestand die Sachbearbeiterin am Montag zum Prozessauftakt vor dem Landgericht.

Ob ihre „Lust am Spiel“ strafmildernden Suchtcharakter hatte, muss ein Psychiater beantworten. Die Angeklagte hat der Staatsanwaltschaft zufolge seit Herbst 2010 immer wieder drei- bis vierstellige Beträge von der Stadtkasse auf ihr eigenes Konto überwiesen - insgesamt fast 440.000 Euro. Ein kleinerer Teil floss auf das Konto ihrer mitangeklagten Lebensgefährtin. Als Empfänger des Geldes wurden laut Anklage bereits verstorbene Sozialhilfeberechtigte genannt, in einem Fall eine erfundene Person.

Über die finanziellen Verhältnisse ihrer 52-jährigen Freundin will die 43-jährige Mitangeklagte nicht genau informiert gewesen sein. Sie seien häufig im Casino gewesen, aber dass es sich „ um eine Sucht handelte, hat sie vor mir verbergen können“, sagte sie.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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