Traditionsgeschäft feiert 125-jähriges Jubiläum

Die größten Meilensteine von Sport Münzinger

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Geschäftsführer Rainer Angstl mit einem Finalball von der WM 2014.

München - Willkommen bei Sport Münzinger im Rathaus. Hier, wo sie grad 125. Jubiläum feiern. Die tz hat sich im Laden und der Geschichte des Traditions-Sportgeschäfts umgesehen:

Nein, die Welt ist keine Scheibe. Sie ist ein Ball. Ein Fußball! Willkommen bei Sport Münzinger im Rathaus. Hier, wo sie grad 125. Jubiläum feiern – verbunden mit einer Rabatt-Aktion: Bis zum 31. Oktober gibt’s 20 Prozent auf alles. Wobei dieses „Alles“ eben besonders mit Fußball zu tun hat. Das Unternehmen, das sich 2003 mit Sport Schuster zusammenschloss, hat sich vom Rundum-Anbieter zum Fußball-Spezialisten entwickelt. Store-Leiter Tobias Zipfer (30): „Auf 600 Quadratmetern bieten wir drei Welten: Platz, Training und Glockenbach.“ Wobei mit „Glockenbach“ Freizeit-Klamotten gemeint sind – Jacken, Schuhe & Co., wie sie etwa Schweini trägt, wenn man ihn im Glockenbachviertel trifft. Dazu den puren Sport vom Schuh bis hin zum Trikot: alles da. Sicher: Heute ist vieles anders als bei der Gründung 1889. Aber zwei Dinge sind gleich geblieben. Dass „die Mitarbeiter die Seele des Hauses sind“, wie Geschäftsführer Rainer Angstl (52) sagt – und dass die Kunden eher Sportskamerad als Warenabnehmer sein sollen. Schauen wir uns um im Laden und der Geschichte:

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Der Gründer

Wir schreiben den 28. Juni 1889. Das Unternehmen betritt den Markt, nach seinem Gründer benannt als „Firma Hermann Münzinger zu München“ (Foto unten). Das erste Geschäft liegt in der Maffeistraße, später folgt der Umzug an die Brienner Straße. Das Münzinger-Angebot ist bald recht umfassend, neben einer Vielzahl von Sportartikeln aus allen möglichen Disziplinen gibt’s zeitweise eine eigene Segelschule und ein Reisebüro.

Erster Mieter im Rathaus

1904 zieht Münzinger um – als erster Mieter ins Rathaus, das damals gerade gebaut wird. Hier hat Münzinger noch heute seinen Sitz. Geschäftsführer Angstl: „Ursprünglich war das ein Handschlag-Vertrag, mittlerweile ist es ein normaler Mietvertrag mit der Stadt.“ Ungeschriebenes Gesetz: Im Rathaus sollen echte Münchner Läden sitzen, nicht Filialen irgendwelcher Weltkonzerne. Probieren tun sie’s trotzdem. Es ist noch nicht so lang her, dass ein Vertreter einer Kaffee-Kette klingelte und fragte, wie viel Geld er hinlegen müsse, um den Laden zu übernehmen. Klare Antwort: Gibt’s nicht!

Post von Herberger

Den WM-Titel von 1954 hatte die deutsche Mannschaft irgendwie auch dem Münzinger zu verdanken – fürs Besorgen der Trainingsbälle. Zum Lohn gab’s eine Postkarte vom Trainer: „Sehr geehrter Herr Münzinger! Dank für Vermittlung bei Beschaffung der Bälle. Dank für Grüße und Wünsche. Herzliche Grüße sendet die Nationalmannschaft. Ihr Seppl Herberger.“ Übrigens: Der Original-Finalball lag wenig später im Münzinger-Fenster.

Trikots, Trikots, Trikots

Sie stehen für das Besondere – vor allem in Sachen Fußball-Trikots. Da gibt’s dank Münzinger-Ehrgeiz ein riesiges Angebot. Klar: Dazu gehören Leiberl der DFB-Elf (oben zeigt uns Store-Leiter Zipfer eins – im Hintergrund ein unverkäufliches Stück mit Unterschriften der 2014-Weltmeister). Links ein historisches Trikot von ’54: Damals war Münzinger Ausstatter des FC Bayern …

Wie Hollywood

In Los Angeles haben die Schauspieler ihre Sterne im Fußweg – beim Münzinger haben die Weltmeister-Mannschaften Messingplatten im Fußboden. Vier Stück gibt’s – ’54, ’74, ’90 und 2014. Wobei’s mit der aktuellen ein bisserl gedauert hat: Die Platte wurde erst vor ein paar Wochen eingelassen. Angstl: „Es gab eine Verzögerung, weil dem Handwerker die Messingplatte runtergefallen ist – deshalb hatte sie eine Delle. Das wäre eine Stolperfalle geworden …“

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