Konzert im Kesselhaus

Sporties: Gute Freunde kann niemand trennen

+
Die Sportfreunde Stiller rocvkten das Kesselhaus

München - Kesselhaus, Südkurve – und was für eine rauschende Stimmung! Eine Woche nach dem Champions-League-Pokal sind auch die Sportfreunde Stiller endlich wieder dahoam in München.

Und beim Live-Comeback in Freimann dauerte es ungefähr zehn Sekunden, bis klar war: Die Sporties und ihre Fans – gute Freunde kann niemand trennen. Gleich der furiose nagelneue Opener „Hymne auf Dich“ fegte den Rost von fast drei Jahren restlos weg. Flo Weber trommelte animalisch wie eh und je, Peter Brugger hatte seine Menschenfischerchöre schon wieder perfekt im Griff. Was gibt’s Schöneres als Roque ’n’ Roll aus Germering?

Vor dem ausverkauften Kesselhaus blühte der Schwarzmarkt – und wer’s verpasst hat, hat was verpasst. Der Abend erinnerte an ein Treffen mit einem verschollenen alten Spezi: Lang scho nimmer g’sehn – aber glei wieder 'kennt. Ois wia immer. Pfennigguad. Das erste selige „Oh, wie ist das schön“ von den Fans gab’s schon nach drei Liedern – mehr Heimspiel geht nicht! Am meisten bejubelt und am innigsten ersehnt natürlich die alten Kracher, die „Wunderbaren Jahre“, „7 Tage, 7 Nächte“ und vor allem „Ein Kompliment“ – ein Song wie Robben, das 2:1 unter den Sporties-Hits, das Champions Lied.

Aber auch das neue Album „New York, Rio, Rosenheim“ funktioniert live bestens. „Applaus, Applaus“ ist auf dem Weg zum bayerischen „We are the champions“. Stadionrock ohne Stadion. Und Flos herrlich angeheitertes Solo-Debüt „Es muss was Wunderbares sein, von mir geliebt zu werden“, hat das Zeug zum Kult. Der verstärkte Keyboard-Einsatz macht zwar keine Virtuosen aus den Sportfreunden, wertet den Live-Sound aber gewaltig auf. Am Ende der Euphorie das vorschriftsmäßige „Humba Humba“, und Peter beim lang vermissten Wellenreiten auf den Armen der Fans, im Wembley von Freimann. Die Sportfreunde Stiller sind und bleiben auf der guten, auf der sehr guten Seite.

Jörg Heinrich

Auch interessant

Kommentare