Missglückte Mutprobe: Bub (13) springt von Schulbalkon

Links auf das Rasenstück ist der 13-Jährige heruntergesprungen. Foto: agm

Aschheim - Mit einem lebensgefährlichen Sprung in sieben Meter Tiefe hat am Mittwochmorgen ein 13-jähriger Aschheimer Kameraden und Lehrer an der St. Emmeram Realschule geschockt.

Mit schweren Knochenbrüchen wurde der Siebtklässler im Hubschrauber abtransportiert. Zurück blieb eine fassungslose Schulgemeinschaft.

Schulleiter Bernhard Vidoni fand unmittelbar danach kaum Worte: „Er muss viele Schutzengel haben, dass er das überlebt hat.“ Dankbar lobte der Rektor zwei Schüler des Erste-Hilfe-Teams, die den Sprung sahen und sofort mit Decken und Ansprache den am Boden liegenden Schüler betreuten.

Der sportliche Siebtklässler ist bekannt dafür, dass er hohe Sprünge liebt und Parcours-Läufer, die Mauern und Gräben überwinden, bewundert. Laut Kirchheims Sozialmanager Christian Freund - er bekleidet seit Oktober 2010 im Rathaus die Stelle „Steuerung Bereich Soziales“ - habe Schulsozialarbeiterin Sabine Baumann ihm erklärt, dass der Bub ein fröhlicher Schüler sei, der sehr wahrscheinlich Lehrer und Schüler ungewöhnlich schocken wollte.

Dem Sprung voraus gegangen war allerdings eine Note 6 beim Ausfragen. Als der Schüler sehr bedrückt wirkte, sprach ihn die Lehrerin nach der Schulstunde an. Während sie die Klassenkameraden dafür aus dem Klassenzimmer schickte, öffnete der Schüler schon das Fenster und kletterte hinaus auf den anliegenden Balkon. Die Polizei vermutet daher eine Kurzschlusshandlung nach schlechter Schulnote.

Dem widerspricht, dass der 13-Jährige erst noch 50 Meter am Balkon entlanglief, bis genau zu der Stelle, wo keine Betonplatten mehr im Eingangsbereich der Schule liegen, sondern die Rasenfläche beginnt. Dort kletterte er über die Holzbrüstung und sprang vom zweiten Stock hinunter. Er kam zwar auf den Füßen auf, der hart gefrorene Boden bot aber keine Abfederung mehr. Der Bub zog sich mehrere Brüche an Füßen und Armen zu, er hatte sich wohl noch abrollen wollen.

Außer sich vor Schreck alarmierte die Lehrerin sofort Notarzt und Hilfskräfte, die wenig später mit Polizei und Kriseninterventionsteam vor Ort waren. Laut Sozialmanager Freund habe der ansonsten eher fröhliche Teenager die Anwesenden „schocken“ wollen. Das ist ihm auf schreckliche Art gelungen. An Unterricht war in der Klasse nicht mehr zu denken, einige Mädchen weinten.

Das Schreiben von Sozialmanager Christian Freund hat Bürgermeister Heinz Hilger am Mittwochabend in der öffentlichen Sitzung der AFK Geothermie zur schnellen Information vor den Gemeinderäten aus Aschheim, Feldkirchen und Kirchheim vorgelesen. Über den derzeitigen Gesundheitszustand des Buben war gestern nichts zu erfahren.

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