Der Sprüche-Ratgeber der Münchner Taxler

München - Die Taxifahrer in München haben Tipps für Gespräche mit ihren Fahrgästen bekommen. Die witzigsten und cleversten Antworten auf die häufigsten Fragen:

Sind Sie frei? Mit dieser Frage beginnt jede Fahrt im Taxi. Die langweiligste Antwort wäre jetzt: „Ja.“ So muss es aber nicht zugehen, dachte man sich bei der Münchner Taxi-Genossenschaft. „Fröhliche Taxifahrer haben originelle Antworten parat“, heißt es im der neuen Ausgabe der Hauspostille Taxikurier. Auf drei Seiten geben die Experten die besten, witzigsten und manchmal hinterfotzigen Antworten auf die häufigsten Fragen – wie „Sind die Rikschas eine Konkurrenz?“ oder „Wa­rum sind Taxis so teuer?“

Wetter, Fußball, Geld und Politik: Außer in den Frisörstuben der Stadt wird wohl nirgends so viel geratscht wie im Taxi. „Wir wollen Anstöße geben und die Kommunikation im Taxi verbessern“, sagt Frank Kuhle, gleichzeitig Chef der Genossenschaft und des Taxikuriers. Dabei geht es natürlich auch ums Geschäft: „Wenn wir die passenden Antworten parat haben, ist dies positiv für unser Gewerbe und erhöht die Bereitschaft unserer Fahrgäste, das Taxi zu nutzen“, schreibt der Taxikurier.

Zufriedene Kunden kommen wieder! Wenn die Fahrer ihren Beruf, die Genossenschaft und das Gewerbe in ein freundliches Licht tauchen, nimmt man das in der Zentrale gerne hin – vor allem, wenn es um Tarife, Berufsehre und die Konkurrenz im Nahverkehr geht. Eine Aufforderung zum Flunkern soll das aber nicht sein. „Man sollte zu seinem Beruf stehen. Ein Taxifahrer braucht sein Licht nicht unter einen Scheffel zu stellen“, fordert Taxi-Chef Kuhle, der selbst über 20 Jahre Berufserfahrung auf die Straße bringt.

Der Frage/Antwort-Ratgeber hat einen witzigen und einen sehr ernsten Sinn. Wer würde hinter einer Frage wie „Fahren Sie heute schon lange?“ vermuten, dass die Antwort darauf hindeutet, wieviel Umsatz der Fahrer in der Geldbörse hat? Hier geht es darum, die Fahrer vor Räubern zu schützen. Sie sollen aber auch die Passagiere unterhalten. „Als Dienstleister verstehen wir uns auch als Entertainer“, sagt Kuhle. Ein guter Fahrer wird abwarten, ob der Gast von sich aus ein Gespräch beginnt und – falls nicht – eine harmlose Frage stellen. Daraus hätten sich schon spannende und witzige Diskussionen entwickelt, sagt Kuhle. Wolle der Gast seine Ruhe, müsse man das aber respektieren.

Und wenn der Artikel die Passagiere von einer ganz speziellen Frage abhält, wären die Taxler sehr glücklich. „So ziemlich jeder Gast fragt: Wie wird das Wetter?“ Ein Fahre höre das 15, 20, 25 mal am Tag, gleichzeitig die mit Abstand meist gestellte und unbeliebteste Frage, erzählt Kuhle. „Wir können sie wirklich nicht mehr hören …“

David Costanzo

Zahlen & Fakten

Die Taxler sind derzeit recht zufrieden: „Wir spüren seit einem halben Jahr den Aufschwung“, sagt Frank Kuhle, Chef der Taxi-Genossenschaft. Zwar seien in den 90ern die Geschäfte besser gelaufen, die Fahrer spürten aber eine positive Stimmung in der Bevölkerung, die sich gar in einem entspannteren Straßenverkehr niederschlage. 3400 Taxis sind in München unterwegs, über 3100 gehören der Genossenschaft an. Daneben besteht eine weitere Zentrale – Isarfunk. Rund 10 000 Münchner fahren hauptberuflich, weitere 5000 nebenberuflich. Per Funk vermittelt die Genossenschaft im Jahr 8,5 Millionen Fahrten mit geschätzten 25 Millionen Passagieren, dazu dürften nochmal so viele Fahrten vom Taxistand weg kommen. Eine Strecke kostet im Schnitt 12 bis 13 Euro. Im Dezember sind die Tarife nach mehr als vier Jahren gestiegen: Im Schnitt wurde eine Fahrt um neun Prozent teurer, sagt Kuhle. Die Gründe: steigende Kosten für Sprit, Versicherungen, TÜV und Kontrollen.

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