Kripo ermittelt

Wieder Tram entgleist - War es ein Anschlag?

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Erneut ist ein Straßenbahnzug der Linie 19 entgleist. Der Wagen kam neben dem Gleis kurz vor einem Zaun zum Stehen.

München - Erneut ist ein Straßenbahnzug der Linie 19 entgleist. Der Wagen kam neben dem Gleis kurz vor einem Zaun zum Stehen. Jetzt ermittelt die Kripo. War es eine vorsätzliche Tat? 

Ein metallisches Kreischen, ein heftiger Ruck – und dann geht nichts mehr! Es ist Dienstagnachmittag, 16.36 Uhr: Die Trambahnlinie 19 entgleist in der Wendeschleife an der St.-Veit-Straße (Berg am Laim). Genau an der Stelle, wo vor zwei Wochen schon mal eine Tram aus den Schienen sprang. Ein Zufall? Oder hat jemand absichtlich Steine ins Gleis gelegt? Jetzt ermittelt die Kriminalpolizei!

 

Bilder vom Unfallort

Wieder Tram entgleist - Kripo ermittelt 

Michael Solic, Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG): „Zur Ursachenermittlung wurde die Kriminalpolizei eingeschaltet, weil der Verdacht besteht, dass Steine mutwillig aufs Gleis gelegt worden sind, die ursächlich für die Entgleisung gewesen sein könnten.“ Laut Polizei gibt es allerdings bisher keine Zeugen, die etwas gesehen haben.

Dafür aber einige Leute, die vom Durcheinander nach der Entgleisung betroffen waren (eine Handvoll in der betroffenen Tram und die Passagiere der folgenden Züge). Eineinhalb Stunden brauchten Feuerwehr und MVG-Leute, um die Tram mit Wagenhebern und Muskelkraft wieder ins Gleis zu heben. Die MVG schickte Ersatzbusse und Taxis. Erst am Abend konnte die Tram wieder weiterfahren. Verletzt wurde niemand.

Erst am 26. Juni war eine Tram ebenfalls an der St.-Veit-Straße aus dem Gleis gesprungen. Damals setzte die Feuerwehr einen schweren Kran ein, um den Zug wieder flott zu kriegen.

Dass eine Tram entgleist, kann vorkommen – aber dass innerhalb kürzester Zeit am gleichen Ort gleich zwei Züge aus dem Gleis springen, machte die Sachverständigen von der MVG und die Polizei stutzig. Den Ermittlern fiel auf, dass in den Schienen zermalmte Steine lagen. Ein Anschlag? Ein Dummerjungen-Streich? Material wäre genügend da – liegen die Schienen doch in einem Schotterbett. Juristischer Hintergrund: Ein „gefährlicher Eingriff in den Schienenverkehr“ kann eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren zur Folge haben.

Die Tram kam am Dienstag erst mal ins Depot, um eventuelle Schäden festzustellen und zu beheben. Der Schaden am Gleis ist laut Solic gering. Die vor zwei Wochen entgleiste Tram ist längst wieder im Einsatz – „ohne nennenswerte Schäden“, wie Solic sagt.

J. Welte

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