Todesursache geklärt

Staatsanwalt gibt Gurlitts Leiche wieder frei

München - Während in der Streitfrage, was mit seinem Kunstschatz passiert, nach wie vor viel Bewegung herrscht, hat die Staatsanwaltschaft die Leiche von Cornelius Gurlitt wieder freigegeben.

Cornelius Gurlitt († 81) hat seine Ruhe gefunden, doch in der Frage um seinen Bilderschatz ist noch viel Bewegung. Wie berichtet, hatte der Schwabinger Einzelgänger seine Sammlung aus über 1500 Werken – vor allem der frühen Moderne – an das Kunstmuseum Bern vermacht. Und damit den bayerischen Behörden, die vor über zwei Jahren seine Sammlung beschlagnahmte, eine finale Watschn verabreicht.

Das renommierte Ausstellungshaus in der Schweizer Hauptstadt hat sich gestern nun erstmals geäußert: Es wolle die Rückgabe-Ansprüche an mögliche Erben genau prüfen und sich ans Washingtoner Abkommen halten. Dies sieht vor, dass einwandfrei identifizierte Nazi-Raubkunst an die ursprünglichen Besitzer zurückgegeben wird.

Allerdings ist noch gar nicht sicher, ob die Berner das Erbe überhaupt annehmen. „Zunächst muss unser Stiftungsrat prüfen, ob das Erbe tatsächlich akzeptiert wird“, so der Museumsdirektor Matthias Frehner am Donnerstag.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft die Leiche Gurlitts, der am Dienstag verstorben war, wieder freigegeben. Bei einer Obduktion wurde festgestellt, dass der schwer Herzkranke eines natürlichen Todes gestorben ist.

Die Provenienzforschung der Task Force geht weiter wie bisher. 458 Bilder seien der Nazi-Raubkunst verdächtig.

tz

Rubriklistenbild: © dpa

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