Smasal geht

Stabwechsel am Olympia-Stützpunkt

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Dr. Volker Smasal (Mitte) wurde von Ex-Olympiaparkchef Wilfrid Spronk (v.l.), Anni Friesinger-Postma mit Töchterchen Josefine, Stützpunkt-Chef Klaus Pohlen und Trickski-Champion Tatjana Mittermayer verabschiedet

München - Dr. Volker Smasal hat mehr als zwei Jahrzehnte lang die Athleten des Münchner Olympiastützpunkts betreut und fitgemacht. Jetzt zieht er sich zurück und hinterlässt viele Anekdoten.

Er ist der Arzt, dem die Spitzensportler vertrauen: Dr. Volker Smasal hat mehr als zwei Jahrzehnte lang die Athleten des Münchner Olympiastützpunkts betreut und fitgemacht, darunter Ausnahmekönner wie ­Manfred Nerlinger, Tim Lobinger, Tatjana Mittermayer oder Anni Friesinger-Postma.

„Es gibt wahrscheinlich kaum einen Olympiateilnehmer, den der Volker nicht schon mal zusammengeflickt hat“, sagte Gold-Anni augenzwinkernd. Die dreifache Eisschnelllauf-Olympiasiegerin war eine der Laudatoren, als Smasal jetzt im Olympiastützpunkt in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Dabei kam so manches kleines Geheimnis ans Licht – über die legendären Improvisationskünste des Orthopäden zum Beispiel: „Einen Ruder-Weltmeister hat er mal bei sich zu Hause auf dem Esszimmertisch behandelt, weil es schnell gehen musste, und ihm sofort ein paar Wirbel eingerenkt“, erzählte Co-Laudator und Ex-Olympiaparkchef Wilfrid Spronk.

Tatjana Mittermayer kann sich noch gut daran erinnern, wie Smasal, der ein entschiedener Gegner des Dopings ist, unmittelbar vor ihrem Olympiasieg 1988 in Calgary noch mal schnell im Hotel ihr Knie punktierte. Und einem Eisschnellläufer zog der Olympia-Arzt nach einem Sturz erst die Zunge aus der Luftröhre, um ihm kurz darauf noch im Stadion eine Sehne wiederanzunähen. „Der arme Kerl war dummerweise beim Schlittschuh-Schleifen abgerutscht und hatte sich mit der messerscharfen Kufe tief in den Arm geschnitten. Dann ist er umgekippt“, erinnert sich Smasal. „Aber es ging gut aus, wir haben ihn wieder hingekriegt.“

Seinen Nachfolger Dr. Frank Styra, der am Stiglmaierplatz eine Praxis betreibt, hat Smasal selbst mit ausgesucht. Und Olympiastützpunkt-Chef Klaus Pohlen hofft, dass der Doc noch ab und zu an seiner alten Wirkungsstätte im Olympiastadion vorbeischaut. „Weil der Volker nicht nur ein super Arzt, sondern für uns alle auch ein guter Freund geworden ist.“

Andreas Beez

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