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Tödlicher Streit im McDonald's: So kam es zu der Schlägerei

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David M. wird zur Anklagebank geführt: Ihm drohen maximal zehn Jahre Haft

München - Papierservietten waren der Auslöser einer tödlichen Gewalttat im McDonald's am Stachus. Am ersten Verhandlungstag spricht der Angeklagte über sein Motiv.

Der leidgeprüften Mutter rollen die Tränen übers Gesicht, als sie das Bild ihres Kindes aus der Handtasche zieht. „Giacomo war ein so lieber Sohn“, sagt sie. Am Montag saß die Frau erstmals dem Mann gegenüber, der das Leben von Giacomo A. (41) ausgelöscht hat: David M. (25) hatte in der Nacht zum 30. Juli 2001 einfach nur Streit gesucht, als er sich in den McDonald’s am Stachus setzte.

Angeklagt ist der junge Mann wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Ihm drohen jetzt zwischen drei und zehn Jahre Gefängnis.

Mit einem Geschäftspartner hatte Giacomo A. in München eine Catering-Firma betrieben. „Er war sozial sehr engagiert“, beschreibt seine Mutter, die in der Schweiz lebt. Der 41-Jährige hatte den Verein „Die sieben Bären e.V.“ ins Leben gerufen, der sich vor allem um Kinder alleinerziehender Mütter kümmert.

Hier hat sich das Drama abgespielt

Doch in jener Juli-Nacht war er mit seiner Freundin zur falschen Zeit am falschen Ort. Obwohl genügend Plätze frei waren, setzte sich David M. ungefragt an den Tisch des Paares. Der 25-Jährige machte Stunk. „Mir wurde Müll auf den Platz geschoben“, eifert der Angeklagte. Dass aber er zu schlägern begann, erwähnt er vor Gericht nur am Rande. Giacomo A. räumte seinen Platz, wollte gehen.

Der Täter lief ihm hinterher: „Ich habe ihn aus Affekt von hinten gestoßen“, sagt David M. Das Opfer taumelte, konnte sich aber festhalten. Giacomo A. drehte sich um. „Da habe ich zweimal mit der Faust zugeschlagen“, gibt David M. zu. Warum? „Ich dachte, der schlägt jetzt zu.“ Hat Giacomo das aber tatsächlich versucht? Auf die Frage von Richter Michael Höhne gibt der Angeklagte zu: „Nein, hat er nicht.“

Das Opfer brach nach den heftigen Faustschlägen ins Gesicht bewusstlos zusammen. Der Täter schlug und trat weiter zu, wurde aber von Gästen festgehalten. Warum diese Aggressivität? Der Angeklagte schiebt es auf „das Adrenalin“, sagt dann aber auch: „Ich wollte meinen Stolz nicht verlieren.“ Der Stolz des Schlägers kostete Giacomo A. das Leben: Er starb noch am Tatort, weil eine Schlagader am Halswirbel abgerissen war.

„Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass das so endet“, beteuert David M. kleinlaut. Nachdem seine Anwälte ihn dazu anschubsten, rang sich der Angeklagte zu einer Entschuldigung gegenüber der Mutter seines Opfers durch: „Es tut mir aufrichtig Leid.“

Der Prozess geht am Dienstag weiter.

Eberhard Unfried

Tödlicher Streit im McDonald's

Mann stirbt nach Schlägerei im McDonald's

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