Spanner-Vorwürfe gegen Bürgermeister

Am Stachus unter Röcke fotografiert: Strafbefehl!

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Tatort Stachus-Rolltreppe: Hier wurde Scheyerns Bürgermeister Albert Müller am 20. Juni auf frischer Tat ertappt

München - Jetzt ist er seinen Job als Bürgermeister wohl endgültig los: Albert Müller, Chef der Gemeinde Scheyern (4700 Einwoner) im Kreis Pfaffenhofen an der Ilm, wird demnächst ein Strafbefehl ins Haus flattern.

Dieser lautet auf Beleidigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte! Müller war am 20. Juni auf einer Stachus-Rolltreppe erwischt worden, als er Frauen unter den Rock fotografierte!

Albert Müller

Als „Spanner-Bürgermeister“ sorgt Albert Müller schon länger für unrühmliche Schlagzeilen. Getarnt mit einer Frauen-Perücke soll er im Januar 2009 im Damenklo auf dem Autobahnrastplatz Paunzhausen mit einem Spiegel in die Kabine daneben fotografiert haben. Die betroffene Frau erstattete keine Strafanzeige, deshalb konnte der Fall strafrechtlich nicht verfolgt werden.

Es gab jedoch ein Disziplinarverfahren. Das Verwaltungsgericht München verdonnerte ihn zu einer Gehaltskürzung um ein Fünftel für drei Jahre. Der Verwaltungsgerichtshof hob dieses Urteil jedoch im Oktober 2012 aus Mangel an Beweisen wieder auf.

Bei dem Vorfall am 20. Juni ist die Beweislage nun klar. Ein Biss-Verkäufer beobachtete den Spanner, wie dieser auf der Rolltreppe Frauen unter die Röcke fotografierte. Er alarmierte die Polizei. Eine der Frauen stellte sofort einen Strafantrag.

Als Polizisten ihn ansprachen, soll Müller heftigen Widerstand geleistet haben. „Er hat einen Beamten geschlagen“, so Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch zur tz. Seinen Fotoapparat soll Müller auf den Boden geworfen und versucht haben, ihn zu zerstören. Vergeblich. Auf dem Speicher-Chip entdeckten die Ermittler 27 Spanner-Videos und 99 heimlich aufgenommene Fotos.

Seit diesem Vorfall ist Müller vom Dienst suspendiert. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft München I einen Strafbefehl beantragt. Über die Höhe der Strafe will Steinkraus-Koch noch nichts sagen, da zunächst der zuständige Richter den Strafbefehl erlassen muss. Sollte Albert Müller den Strafbefehl akzeptieren, ist er als Vorbestrafter seinen Job endgültig los. Er kann jedoch auch Widerspruch einlegen und es auf einen öffentlichen Prozess ankommen lassen.

E. Unfried

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