Prozess

Stachusschläger: Er schlug mit der Flasche auf seine Ex ein

+
Verteidiger Marco Noli begleitet Khan S. zum Prozess am Landgericht.

Im Juli schlug ein junger Afghane am Stachus auf seine Freundin ein - und löste damit Großalarm aus. Nun wird ihm der Prozess gemacht.

München - Dieser Mann hatte einen Großalarm am Stachus ausgelöst! Weil Khan S. (19) am 15. Juli einen Bekannten mit einer Bierflasche halbtot geschlagen hatte, rückte die Polizei an. Und nahm den jungen Afghanen fest. Wegen versuchten Mordes wird ihm nun der Prozess gemacht. Denn laut Anklage schlug er auch mit dem abgebrochenen Flaschenhals zu – und verletzte sein Opfer am Hals.

Bei dem Streit ging es um die Ex-Freundin des Täters. Sie ging eine Beziehung mit seinem Bekannten ein – das soll ihm nicht gepasst haben. „Er schlug von hinten auf mich ein. Beim zweiten Schlag brach die Flasche. Ich konnte mich nicht wehren“, berichtet das Opfer vor Gericht. Noch heute leide er unter den Verletzungen und brauche Hilfe von einem Psychiater.

Über Verteidiger Marco Noli gab Khan S. einen Schlag zu – nicht aber die gesamte Anklage. Und auch nicht das Motiv. „Ich wollte nicht mehr mit Melanie zusammen sein und sie auch nicht“, sagte S. Zum Streit sei es gekommen, weil sie noch Sachen von ihm hatte: Schuhe, ein Handy und eine Musikanlage. „Die wollte ich zurück.“ Und legte sich deshalb auch mit ihrem neuen Freund an – einem Bekannten von ihm. „Er hat mir gedroht und mich beschimpft“, behauptet S.

Vor der Tat habe er viel Alkohol getrunken und auch gekifft. „Ich wusste nicht mehr, was ich tue.“ Am Stachus habe er dann die Kontrolle verloren. „Aus Angst“, wie er behauptet, „weil ich selbst schon geschlagen wurde.“ Richter Stephan Kirchinger glaubte ihm nur eingeschränkt: „Diese Erinnerungen kommen mir ausgestanzt vor.“ Am Mittwoch wird der Prozess fortgesetzt.

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion