"Das war sicher keine ­Salami drin"

Schmuggel-Wachtmeister verurteilt

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Der Justizvollzugsbeamte Thomas L. auf dem Weg zur Anklagebank.

München - Ein Vollzugsbeamter des Untersuchungsgefängnisses München-Stadelheim ist am Donnerstag wegen Bestechlichkeit und Betrugs zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Sein Job war es gewesen, im Knast auf die Häftlinge aufzupassen. Jetzt ist der Vollzugsbeamte Thomas L. (37) selbst zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Wegen Bestechlichkeit in 14 Fällen und Betruges an einem Kollegen verdonnerte ihn die 5. Strafkammer des Landgerichts zu drei Jahren und neun Monaten Haft.

Wie berichtet, hatte Thomas L. für eine türkische Drogenbande unter anderem Handys und USB-Sticks in die Haftanstalt geschmuggelt. Die Ware hatte er von Komplizen der Verbrecher in Empfang genommen und im Gefängnis an einer vereinbarten Stelle deponiert. Was war sonst noch in den Tüten? Das habe er nicht so genau wissen wollen, sagte der geständige Angeklagte. Er habe ­allerdings mit Aluminiumfolie umwickelte Gegenstände gesehen …

„Das war sicher keine ­Salami drin“, konstatierte Richter Peter Noll in seiner Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe sich von Straftätern bestechen lassen, um einen Teil seines Lebensunterhalts zu decken. „Eine Bestechung im Zentrum der Justiz“, so Noll weiter. „Wir könnten den Laden zusperren, wenn man sich nicht auf unsere Leute verlassen kann. Wenn solche Zustände einreißen, dann sind wir bald am Ende unserer rechtsstaatlichen Justiz!“

Die Strafe für den korrupten Beamten läge am unteren Ende, betonte Noll, „weniger ist nicht vertretbar“. Staatsanwalt Andreas Frank hatte 5 Jahre und 10 Monate gefordert. Verteidiger Andreas von Mariassy hielt zwei Jahre Knast für ausreichend.

E. Unfried

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