KVR verfügt: Kleine Sitzgelegenheit für Senioren muss weg

Was hat die Stadt gegen dieses Bankerl?

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"Zum Wohlfühlen fürs Ausruhen" steht auf den gelben Kissen, die auf der kleinen Bank vor einem Geschäft am Jakobsplatz liegen. Nur leider will das KVR nicht, dass sich auf dem Bankerl jemand wohlfühlt.

München - "Zum Wohlfühlen fürs Ausruhen" steht auf den gelben Kissen, die auf der kleinen Bank vor einem Geschäft am Jakobsplatz liegen. Nur leider will das KVR nicht, dass sich auf dem Bankerl jemand wohlfühlt. Das Holzbänkchen muss weg!

Die Sitzbank sei „nicht genehmigungsfähig“ heißt es amtsdeutsch in einem Schreiben, das die Ladenbesitzerin Hannelore Scherer im April vom KVR erhielt. „Vier Jahre steht die Bank schon vor meinem Geschäft“, sagt Scherer, „und nie hat sich jemand darüber beschwert“. Ganz im Gegenteil: Die Menschen in der Umgebung ihrer Maßschneiderei hätten sich immer über das Bänkchen gefreut und es gerne genutzt, um sich auszuruhen.

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft ist gleich nebenan, ein Alten- und Servicezentrum, und auch die Kundschaft der Schneiderin, die meist etwas betagter ist: „Da kommen viele mit dem Rollator, und die freuen sich dann, wenn sie sich ein bisschen hinsetzen können.“ Noch dazu in grüner Umgebung, denn das Bänkchen wurde stets von drei Bäumen geziert: einer 2,60 Meter hohen Kiefer und zwei gleich großen Birken in blau-weiß bemalten Töpfen. Diese Pflanzen sind im Gegensatz zum Bankerl zwar „genehmigungsfähig“, sollten laut Sondernutzungsrichtlinien der Stadt aber auf 1,20 Meter gestutzt werden.

„Ein Wahnsinn, da bleibt ja nix von den Bäumchen übrig, dann kann ich sie auch gleich wegschmeißen“, ärgert sich Hannelore Scherer. Immerhin: Das KVR hat die Stutzungspflicht der Bäume mittlerweile zurückgenommen - schließlich würden sie die Verkehrssicherheit nicht behindern, weshalb sie aus Kulanz bleiben dürften, wie sie sind, sagt Daniela Schlegel vom KVR. Das Bänkchen jedoch muss weg: „Bänke dürfen grundsätzlich nur vom Baureferat aufgestellt werden, da gibt es keine Ausnahmen.“ Hannelore Scherer schüttelt bei dieser Begründung den Kopf. „Von wegen Weltstadt mit Herz.“

Ann-Catherin Karg

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