Schädlinge, Krankheiten, Kündigungen

Unsere Kita ist der Horror

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Bitterbös gelaunt stehen die Mütter mit der kleinen Leonie vor der Kita in der Blumenauerstraße 9.

München - Schädlinge, Krankheiten, Kündigungen! Die Kita in der Blumenauer Straße ist der reinste Horror. Die Stadt hat die katastrophalen Zustände jetzt eingeräumt.

Den ersten Verdacht schöpfte Melanie F., als ihre kleine Tochter eines Tages zu ihr sagte: „Mama, ich möchte nicht mehr in den Kindergarten gehen.“ Leonie ist erst sechs Jahre alt, aber sie versteht genau, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht in der städtischen Kindertagesstätte Blumenauerstraße 9.

Seit 1965 gibt es die Einrichtung. 40 Kinder besuchen den Kindergarten, 42 gehen in den Hort. „Früher war es richtig schön hier, aber seit Sommer wird es immer schlimmer“, sagt Melanie F., die Elternbeirätin in der Kita ist. Sie sagt: „Viele Erzieherinnen wurden versetzt, die Kinder werden nur noch von der Leiterin und einer Praktikantin betreut und sind sich oft selbst überlassen. Die Hygiene ist furchtbar.“ Und die Liste der Vorwürfe lang…

So lang, dass CSU- Stadtrat Josef Schmid zur Klärung eine Anfrage an OB Christian Ude (SPD) stellte. Darin ist von „großer Personalnot“ im Hort und einer „Rattenplage“ die Rede. Weil die Kita nur noch eingeschränkt öffnen konnte, traten bei unbeaufsichtigten Kindern wohl Verletzungen wie Verbrennungen oder Platzwunden auf.

Doch es kommt noch schlimmer: Kinder berichten ihren Müttern von gereizten Erzieherinnen, die handgreiflich wurden. In einem Brief vom 13. Dezember fordert die Leiterin der Kita: „Bitte nutzen Sie die Betreuungsmöglichkeiten morgen nur, wenn Sie berufstätig sind und holen Sie Ihr Kind bis spätestens 15 Uhr ab.“ Eine Mitarbeiterin, die gekündigt hat, sagt: „Die Zustände in der Kita sind katastrophal. Ich hielt das nicht mehr aus.“

Die Stadt kennt das Problem. Und gibt zu: „Die Situation ist für Kinder und Personal nicht mehr zu verantworten“, sagt Eva-Maria Volland vom Referat für Bildung und Sport.

Ihre Stellungnahme zu den Vorwürfen:

Personalnot: „Wir haben aktuell vor Ort einen personellen Notstand wegen Krankheit“, sagt Volland. Von 14 Erziehern sind nur noch acht da, im Hort hilft eine Studentin. Im Laufe des Jahres haben acht Mitarbeiter die Kita verlassen. „Ab Januar kommt neues Personal, so dass insgesamt 13 Personen für die Kinder da sind.“

Krankheiten: „Dass Kinder sich verletzt oder verbrannt haben, ist uns nicht bekannt“, sagt Volland.

Rattenplage: „Ratten sind nicht in der Kita, aber unter den abgehängten Decken sind Mäuse“, sagt Volland. Der Problem mit dem schlimmen Mäusebefall sei bekannt, „es war deswegen auch schon mal eine Kammerjäger vor Ort Zwar ist ein Neubau in Planung, doch jetzt müssen aktuell dringend Schädlingsbekämpfung und Schadstoffmessungen durchgeführt werden“, sagt Volland. Deswegen bleibt die Kita nach den Weihnachtsferien vom 7. Januar bis zum 8. Februar geschlossen.“ Die Kinder werden dann auf Einrichtungen in der Nähe verteilt – das Baureferat prüft und repariert inzwischen das Dach, zudem erfolgt eine Schadstoffmessung. Hoffentlich hilft’s – damit die kleine Leonie wieder gerne in die Kita geht.

Andreas Thieme

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