Entscheidung im Stadtrat

Übergriffe, Gewalt und mehr: Experten sollen Missbrauch von Kindern in Münchner Heimen aufarbeiten

Symbolfoto: Die Stadt München will Missbrauchsfälle aufarbeiten lassen
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Symbolfoto: Die Stadt München will Missbrauchsfälle aufarbeiten lassen

Die Stadt beauftragt eine Experten-Kommission mit der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in München. Das hat der Kinder- und Jugendhilfeausschuss am Dienstag beschlossen.

München - Tausende Kinder und Jugendliche wurden im vergangenen Jahrhundert von der Landeshauptstadt München in Heimen, Pflege- und Adoptivfamilien untergebracht. Nicht alle erfuhren dort die Liebe und Zuneigung, die sie gebraucht hätten. Wie viele von ihnen von Übergriffen, Gewalt und sexuellem Missbrauch betroffen waren, wird nun unter Federführung einer Expertenkommission geklärt. Das hat der Kinder- und Jugendhilfeausschuss des Münchner Stadtrats nach einem Antrag der Rathauskoalition an diesem Dienstag beschlossen.

München: Sexuelle Missbrauchsfälle sollen aufgearbeitet werden - „Es ist schrecklich“

Die Untersuchung soll nicht nur die Geschehnisse in Heimen, Pflege- und Adoptivfamilien von 1945 bis 1999 möglichst lückenlos aufarbeiten, sondern auch klären, ob es pädophile Netzwerke gab, ob den Betroffenen in bestmöglichem Maße geholfen wurde und was sich über die Tätern und die Rolle der Mitarbeitenden noch feststellen lässt. Eine geschlechterparitätisch besetzte Expertenkommission wird den gesamten Prozess begleiten. „Es ist schrecklich, was Kinder und Jugendliche erleben mussten, die eigentlich unter dem Schutz der Stadt München* standen“, sagt SPD-Chef Christian Müller. „Wir werden uns dieser Verantwortung stellen und die damaligen Geschehnisse vollumfänglich aufarbeiten. Denn die Opfer haben ein Recht auf eine umfassende Untersuchung und eine angemessene Entschädigung.“

Es bestehe hinsichtlich der in der Zeit seit 1945 bis circa 1999 im Verantwortungsbereich des Sozialreferates vorgekommenen Missbrauchsfälle noch ein ganz erheblicher Aufklärungsbedarf, sagt Grünen-Stadträtin Marion Lüttig. „Die Stadt stellt sich ihrer Verantwortung und wird zur vollumfänglichen Aufklärung der Fälle eine Kommission einberufen, in der auch die Betroffenen repräsentiert sind.“ *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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