Problem Wohnungsmarkt

Mehr Wohnungen für städtische Beschäftigte

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Thomas Böhle: Der Personalreferent will mehr Wohnraum schaffen. 

München - Die Stadt braucht mehr Mitarbeiter braucht, doch ein Hemmnis bei der Personalgewinnung ist der Münchner Wohnungsmarkt. Deshalb sollen jetzt Millionen in bezahlbare Bleiben für die Mitarbeiter investiert werden.

Erzieher, Sozialpädagogen, IT-Experten – Fachkräfte haben es derzeit leicht, bei der Stadt München einen Job zu ergattern. Bis Ende 2025 rechnet man dort mit etwa 3400 zusätzlichen Stellen. Bereits in den vergangenen Jahren ist der Personalbedarf ständig gewachsen. Waren es Ende 2008 noch 30 465 städtische Angestellte, stieg ihre Zahl bis Ende 2014 um elf Prozent auf 33 673.

Allerdings gibt es ein Hindernis, das der Stadt bei der Personalgewinnung im Weg steht: die Situation auf dem Wohnungsmarkt. Weil es schwer ist, eine bezahlbare Bleibe zu finden, wollen immer mehr städtische Angestellte von der Stadt Hilfe bei der Wohnungssuche. 2014 stellten 2037 Mitarbeiter einen Antrag auf eine Wohnung, 2012 waren es noch 1409.

Die Stadt tut sich schwer, diesem Ansturm gerecht zu werden. Durchschnittlich 1000 Antragsteller bekommen keine Wohnung.

Derzeit kann die Stadt auf etwa 15 000 Wohnungen zurückgreifen. Aufgrund der geringen Fluktuation werden aber nur etwa 550 Wohnungen pro Jahr frei. Wie viele Wohnungen nötig sind, um dem Bedarf künftig besser gerecht zu werden, kann die Stadt nur schätzen: Für die nächsten zehn Jahre rechnet sie mit etwa 1700 neuen Wohnungen, die sie für ihr Personal zusätzlich braucht, bis 2025 etwa 155 pro Jahr. Das geht aus einer Vorlage von Personal- und Sozialreferat hervor, die bald dem Stadtrat vorgelegt wird.

Um ihren Beschäftigten mehr Wohnungen anbieten zu können, will die Stadt verschiedene Wege gehen. Zum einen sollen die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Mietwohnungen bauen und bei der Vergabe vorrangig Mitarbeiter der Stadt berücksichtigen. GWG und Gewofag haben sich dazu schon bereit erklärt. Konkrete Neubauprojekte, bei welchen Wohnungen für städtische Mitarbeiter entstehen könnten, gibt es bereits in der Messestadt Riem (154 Wohneinheiten), im Prinz-Eugen-Park in Oberföhring (etwa 675 Wohnungen) und an der Carl-Wery-Straße in Neuperlach (328 Mietwohnungen).

Ein zweiter Weg ist die Sicherung von Belegrechten. Durch die Vergabe von Fördermittel und Darlehen will sich die Stadt den Zugriff auf Wohnungen sichern. Unter anderem will sie prüfen, ob sie das Kommunale Programm Belegrechtskauf (KomPro/BR), das bisher dafür gedacht ist, Wohnraum für Einkommensschwächere zu sichern, auf städtische Angestellte ausweiten kann.

Um Hilfe gebeten hat die Stadt auch die Stadtsparkasse München. In deren Immobilienbestand sind 120 Objekte mit 1700 Wohneinheiten. Die Bank hat sich bereit erklärt, freiwerdende Wohnungen vor der Suche nach externen Mietern städtischen Beschäftigten anzubieten. Die Stadt rechnet mit 50 bis 70 Angeboten pro Jahr.

Insgesamt will die Stadt bis 2019 etwa 17 Millionen Euro Fördermittel in die Wohnungsfürsorge investieren. Um alle Vorhaben verwircklichen zu können, sind zirka fünf neue Vollzeitstellen im Sozial-, Planungs- und Kommunalreferat geplant. Über die Umsetzung muss noch der Stadtrat entscheiden.  

Doris Richter

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