Personalsuche läuft

Stadt schickt Aufpasser an diese Problemplätze

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Am Gärtnerplatz gibt es Ärger wegen der vielen Feiernden.
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Der Harthof im Münchner Norden.
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Der Orleansplatz am Ostbahnhof.
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Der Parkplatz des Michaelibads am Ostpark.
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Die Karl-Lipp-Straße in Moosach.

München - Bald gibt's wieder Ärger an Isar, Gärtnerplatz und vielen Parks. Die Stadt will die Brennpunkte entschärfen – mit mehr Sozialarbeitern und einer neuen Aufpasser-Truppe!

Bald gibt’s wieder Ärger an Isar, Gärtnerplatz und vielen Parks in den Stadtteilen: Party-Pilger, Jugendliche, Griller, Gammler und Junkies belagern die Plätze und machen die Nacht zum Tag. Dabei wollen die Nachbarn nur ein bisschen Ruhe. Heuer will die Stadt Brennpunkte entschärfen – mit mehr Sozialarbeitern und einer neuen Aufpasser-Truppe!

Das Problem wächst: Arm und Reich drängen in die Stadt, immer mehr Menschen wollen bei schönem Wetter nach der Arbeit draußen entspannen und viele Fleckerl wie die Isar werden schön hergerichtet. „Der öffentliche Raum ist immer mehr umkämpft“, sagt Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD). Rund 30 Problemplätze beobachten die Behörden. Nun hat die Stadtverwaltung auf Antrag der Grünen ein Bündel an Maßnahmen geschnürt, das der Stadtrat einstimmig absegnete.

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Neu sind die Streitschlichter namens AKIM. Unter dem sperrigen Namen „Allparteiliches Konfliktmanagement in München“ sollen sich zunächst fünf Aufpasser um Problemplätze kümmern. Los geht es diesen Sommer am Gärtnerplatz: Dort können Polizei und KVR selten eingreifen, weil die meisten Leute nur herumstehen und bis in die Puppen quatschen – aber alle zusammen die Nachbarn nerven. Neuerdings beschweren sich auch die Nachbarn der Gerner Brücke in Neuhausen über Jugendliche. Die AKIM-Truppe soll die Lage beobachten, den Nachbarn als Ansprechpartner dienen und für Ruhe sorgen. „Das ist kein Zauberprojekt“, dämpft Sozialreferentin Meier die Erwartungen. „Das geht nicht: Simsalabim und alles ist in Ordnung.“ Vorbild ist die Einheit SAM aus Wien, die 50 Sozialpädagogen beschäftigt. Auch die Münchner Aufpasser sollen an ihren Jacken erkennbar sein und sich im Schichtdienst in lauen Wochen drei bis vier Nächte um die Ohren hauen. Bei schlechtem Wetter sollen sie einen Leitfaden zur Konfliktlösung erstellen. Die Kosten liegen bei 356.000 Euro pro Jahr.

Aufgestockt wird auch die Zahl der Sozialarbeiter: Sie kümmern sich um Junkies zwischen Hauptbahnhof und Münchner Freiheit, Prostituierte, Obdachlose und so genannte Wohnungsflüchter in der ganzen Stadt. Die wohnen in der Nachbarschaft, meist allein, und schlagen zusammen die Zeit tot – oft mit Trinken. Jüngst beschwerten sich Anwohner am Michaelibad, an der Karl-Lipp-Straße in Moosach und am Harthof über bis zu 30 Männer, samt freilaufender Hunde und Dreck. Da­rum wird speziell das „Streetwork im Gemeinwesen“ von zweieinhalb auf vier Stellen ausgebaut, was zusätzlich 162.000 Euro pro Jahr kostet. Um eine weitere Stelle aufgestockt wird die Leitung der 30 ehrenamtlichen Mediatoren, die bei Nachbarschaftskonflikten etwa mit Kitas oder Notquartieren vermitteln.

Alle Parteien betonen, dass niemand vertrieben werden soll. „Die Stadt gehört allen“, sagt die Grünen-Fraktionsvorsitzende Gülseren Demirel. Das Konzept sei schlüssig. Und „Der nächste Sommer kommt bestimmt.“

David Costanzo

Die Studie über Problemplätze

Aktuell beobachten Polizei, KVR und andere Behörden 20 bis 30 Brennpunkte. Bereits 2008 hat die Stadt die Problemplätze in der Grafik untersuchen lassen. Die Forscher des Sine-Instituts fanden wechselnde Zusammensetzungen von Wohnungsflüchtern, Obdachlosen und Junkies. Fazit: Sozialarbeiter können helfen, die Probleme zu reduzieren. Dazu kommen die neuen Party-Brennpunkte wie an der Feierbanane.

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