750.000 Euro zu viel ausgegeben

Stadt vernichtet 164.000 Liter Desinfektionsmittel!

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164.000 Liter dieses Desinfektionsmittel musste entsorgt werden

München - Die Stadt München bestellte im Jahr 2009 prophylaktisch Desinfektionsmittel gegen ein Ausbreiten der Schweinegrippe. Viel zu viel, wie sich jetzt herausstellte. Es musste entsorgt werden.

Erinnern Sie sich noch? 2009 grassierte weltweit die Schweinegrippe. In München bereitete sich die Stadt auf einen Ausbruch einer Seuche vor. Der Stab für außergewöhnliche Ereignisse bestellte 164.000 Liter Händedesinfektionsmittel, die an Krankenhäuser, Schulen, Kindertagesstätten usw. verteilt wurden. Heuer lief das Haltbarkeitsdatum der Desinfektionsmittel ab – es musste entsorgt werden. Jetzt stellt sich heraus: Es war noch dazu viel zu viel!

Denn laut eines Berichts des städtischen Revisionsamts wären 12 500 Liter völlig ausreichend gewesen: „Bei der Beschaffung des Händedesinfektionsmittels wurden grundlegende Zahlen deutlich zu hoch geschätzt.“ Demnach hatte man 2009 mehr als das 13-fache der erforderlichen Menge bestellt – und damit rund 750.000 Euro zu viel ausgegeben. Als Ersatz für die abgelaufene Ware wurden jetzt auch tatsächlich nur 12.500 Liter bestellt.

Karl Pieterek, Sprecher der Münchner Feuerwehr, verteidigt die Anschaffung: „Man wusste damals nicht, was da auf uns zurollt.“ Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe damals die höchste Alarmstufe ausgerufen. Pieterek: „Was wäre gewesen, die Schweinegrippe hätte uns voll erwischt und wir hätten zu wenig Desinfektionsmittel gehabt?

Auch neue Schutzanzüge gehörten damals zu den Neuanschaffungen. Das Revisionsamt kritisiert: Die Ersthelfer wurden gar nicht geschult, wie man sie verwendet. Auch die Anzüge halten nicht mehr lange und müssen entsorgt werden.

Johannes Welte

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