Stadt wirbt um Personal

Das ist Münchens größte Stellenanzeige!

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Das Team vom Kindergarten St. Andreas sucht dringend Verstärkung

München - Mit einem Riesenplakat sucht die Pfarrei St. Anton nach einem Erzieher für ihren Kindergarten. Sogar in Tirol und Österreich hat die Pfarrgemeinde Anzeigen geschaltet.

„Das Plakat ist unsere letzte Hoffnung“, sagt Pater Stefan Maria Huppertz (38), Pfarrverbandsleiter in der Kapuzinerpfarrei St. Anton. Seit vergangenem Sommer fehlt im katholischen Kindergarten St. Andreas in der Kapuzinerstraße (Ludwigsvorstadt) ein Vollzeit-Pädagoge. Bis zu 100 Kinder müssen betreut werden – aber die Fachkräfte fehlen an allen Ecken und Enden. „Zur Zeit ist die Suche ausweglos“, sagt Erzieherin Rosemarie Reithmeier (58).

Sogar in Tirol und Österreich hat die Pfarrgemeinde Anzeigen geschaltet. Bis heute ohne jeden Erfolg. Die Gehälter in den kirchlichen Kindergärten sind deutlich geringer als die der privaten (siehe Kasten rechts). Bislang gibt es keinen einzigen Interessenten. „Manche Menschen betreiben ihre Kindergärten nur aus Geldgründen, nicht der Kinder wegen“, klagt Barbara Müller (46), ebenfalls Sozialpädagogin im Andreaskindergarten. Pater Stefan würde gerne mehr Gehalt bezahlen, aber ihm sind die Hände gebunden.

Nun sind die Eltern auf die Idee mit dem Plakat gekommen. Die Kirche St. Anton liegt genau neben der Agentur für Arbeit und soll mehr Arbeitssuchende aufmerksam machen. Von der Stadt wünschen sich Rosemarie Reithmeier und ihre Kolleginnen mehr Fortbildungsmöglichkeiten, um aus Hilfskräften Fachkräfte zu machen, und attraktivere Löhne. Auch die Stadt ist ständig auf der Suche nach neuen Fachkräften für ihre 400 Einrichtungen in München. „ Wir investieren viel Zeit, Kraft und Geld in die Suche“, bestätigt Ursula Oberhuber, Pressesprecherin des Referats für Bildung und Sport. Trotzdem können die meisten Kindergärten noch keinen Reservepool an Erziehern bieten, die etwa im Krankheitsfall eines Kollegen aushelfen können.

Die Stadt wirbt um Personal

Mehr Kitaplätze, aber immer noch zu wenig Erzieher! Die Stadt benötigt 400 Neuanstellungen pro Jahr. Laut Aussage des Stadtschulrats Rainer Schweppe waren allein im Januar 2013 elf Stellen für Erzieherinnen, sechs für Kinderpflegerinnen, die Stelle einer Leitung und neun stellvertretende Leitungen unbesetzt. „Wir versuchen, mit einem Paket voll Werbung und Weiterbildungsmaßnahmen neues Fachpersonal zu gewinnen. Dazu kommt die sogenannte München-Zulage: ein Gehaltszuschuss von 107 Euro, um das anfängliche Erziehergehalt von 2500 Euro etwas aufzustocken“, sagt Ursula Oberhuber, Pressesprecherin des Referats für Bildung und Sport.

In München werden 9392 Krippen- und 19 463 Kindergartenplätze von freien oder sonstigen Trägern geführt. Neben kleinen privaten Initiativen ist die Stadt der Träger der restlichen 20 226 Betreuungsplätze. Sie beschäftigt derzeit 2500 Erzieher, 81 Sozialpädagogen und 15 Aushilfen auf 450-Euro-Basis.

Charlott Friederich

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