Schmid gibt neue Umfrage in Auftrag

Stadt wirbt um schwule Touristen

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Oberbürgermeister Dieter Reiter (2.v.l.) und sein Vize Josef Schmid (r.) beim CSD. Sie wollen schwule und lesbische Touristen anlocken.

München - Das Zauberwort heißt "Gay-Marketing": Um mehr schwule Touristen in die Stadt zu locken, hat Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU) eine Umfrage in Auftrag gegeben.

Preisfrage: Wir suchen den perfekten Touristen. Der ist natürlich kaufkräftig, dazu neugierig – also reisefreudig –, höflich und feierwütig, ohne ausfallend zu werden. Diese Touristen, sagt die Stadt, gibt es. Was sie verbindet? Sie sind homosexuell.

Also meist kinderlos, meist Doppelverdiener und besonders solvent. Und deshalb will die Stadt sich verstärkt um schwule und lesbische Touristen bemühen. Das Zauberwort heißt „Gay-Marketing“.

„In der Regel“, beschreibt Frank-Ulrich John diese begehrte Zielgruppe, „handelt es sich um sehr angenehme Gäste. Sie geben Geld aus, wollen genießen, wollen feiern, sind dabei aber keine lauten Gäste und keine, die Probleme machen.“ John ist Sprecher des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Der bunte Gärtnerplatz.

Und wie will München ein größeres Stück vom rosaKuchen an sich ziehen? Erst einmal will man in Online-Umfragen herausfinden, wie die Stadt bei Schwulen und Lesben, aber auch bei Bi- und Transsexuellen ankommt. Diese Menschen fallen unter das Kürzel LGBT. „Wir schätzen, dass bis zu zehn Prozent der Gäste unserer Stadt zu dieser Gruppe zählen“, sagt Münchens zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU).

Gefragt wird etwa, wie wichtig Städtereisen sind oder welchen Ruf München hat. Fest steht schon: Man will noch mehr auf Kulturtourismus setzen – zielgruppenorientiert.

Apropos aufstrebend: Laut Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) gelten die Großstädte Hamburg, Berlin, Köln und München schon jetzt als tolerant – „und sie haben auch eine Infrastruktur für die Zielgruppe“, so LSVD-Sprecher Markus Ulrich.

München liegt bei den Übernachtungszahlen deutschlandweit gleich hinter Berlin, und rund um den Gärtnerplatz geht’s bekanntlich schon seit vielen Jahren besonders bunt zu. Josef Schmid: „Versäumt haben wir da gar nichts.“

tz

Die schrillsten Bilder vom CSD in München

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