Neuer Asyl-Atlas

Stadt streitet um Flüchtlings-Unterkünfte

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Der Strom der Asylbewerber reißt nicht ab.

München - Die Stadt München schafft es, trotz der stetig steigenden Zahl, Hunderte von Flüchtlingen unterzubringen. Doch die ersten Politiker warnen bereits.

Es grenzt an ein Wunder: Trotz stetig steigender Ankunftszahlen schafft es die Stadt, jede Woche hunderte Flüchtlinge unterzubringen. Auch die neueste Zuteilung der Regierung schockt Sozialreferentin Brigitte Meier (SPD) nicht: Ab Montag muss die Stadt jede Woche 352 Asylbewerber unterbringen. Bislang waren es 248. Derweil streiten im Rathaus SPD und CSU über Münchens Aufnahmekapazität.

In der Karte sehen Sie, wo wie viele Flüchtlinge untergebracht werden.

Am Mittwoch wird die Stadt neue Unterkünfte für Flüchtlinge beschließen, vorige Woche wurden erst 1950 neue Betten geschaffen, darunter erstmals auch in Leichtbauhallen. Am Mittwoch werden weitere Leichtbauhallenstandorte in der Neuherberg-, der Lochhausener und der Karlsfelder Straße beschlossen. Und in Pasing wird die alte Wirtschaftsschule Notunterkunft, in der Hiltenspergerstraße (Schwabing) kommen ins geschlossene Johanneskolleg jugendliche Flüchtlinge. In der Mitterfeldstraße (Westend) ziehen Minderjährige ein. Sozialreferentin Meier hat schon neue Objekte im Visier.

Während Meier noch Reserven sieht, warnte Bürgermeister Josef Schmid (CSU) im Münchner Merkur: „München hat ein Platzproblem“, er sprach von einem „Hilfeschrei“. Schmid forderte, dass man in Ostdeutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen solle. Münchens CSU-Chef Ludwig Spaenle sprang ihm zur Seite: „Mit Schönreden oder Abtauchen sind die Probleme noch nie gelöst worden.“ OB Dieter Reiter (SPD) sprach am Freitag ein Machtwort: „Selbstverständlich steht es Herrn Schmid frei, sich als Politiker zu äußern.“ Die Münchner Stadtpolitik werde aber vom Stadtrat und dem Oberbürgermeister festgelegt. München werde nicht aus der kommunalen Solidarität aussteigen. Reiter: „Das werde ich Herrn Schmid auch sagen.“

J. Welte

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